Koralmbahn : Kärnten und Steiermark schmieden Pakt für Area Süd: geschlossen gegenüber Wien | Alpen Adria Allianz
Inhalt
- Koralmbahnindex misst Fortschritt der regionalen Entwicklung
- Forschung, Kultur und Sport: Breite Kooperationsfelder in der Area Süd
- Koralmbahn Eröffnung: Chancen und Herausforderungen für den Tourismus
- Finanzausgleich-Reform: Südachse fordert Ende der Benachteiligung
- Alpen Adria Allianz: Wissenschaft und grenzüberschreitende Vision
Kärnten und die Steiermark bündeln ihre Kräfte für die optimale Nutzung der Chancen durch die Koralmbahn.
- © ÖBB/evmediaKärnten und die Steiermark bündeln ihre Kräfte für die optimale Nutzung der Chancen durch die Koralmbahn.
Die beiden Bundesländer trafen sich am 9. September zu ihrer dritten gemeinsamen Konferenz in Klagenfurt. Dort arbeiten Landesregierungen und Regierungsparteien-Vertreter eine umfassende Agenda ab.
Themen wie Infrastrukturausbau, Bildungskooperationen, Katastrophenschutz, Nachhaltigkeit sowie Kultur und Sport standen im Mittelpunkt der Diskussionen.
Die Südachse fordert vom Bund eine Lösung für die gemeinsame Nutzung regionaler Klimatickets auf der Koralmbahn Strecke. Darüber hinaus streben beide Länder eine grundlegende Neugestaltung des Finanzausgleichs an.
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Landeshauptmann Peter Kaiser, sein steirischer Amtskollege Mario Kunasek sowie die Stellvertreter Martin Gruber und Manuela Khom präsentierten die Konferenzergebnisse in einer gemeinsamen Pressekonferenz.
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Koralmbahnindex misst Fortschritt der regionalen Entwicklung
Peter Kaiser betonte die konstruktive Arbeitsweise und verwies auf 16 einstimmige Beschlüsse.
Der Koralmbahnindex bildet künftig die Grundlage für strategische Entscheidungen. Die Landesstatistiken beider Bundesländer kooperieren mit den zuständigen Entwicklungsexperten.
„Wir erfassen die Entwicklung von Demographie, Maßnahmen, Kooperationsformen und Erwartungen. Dadurch können wir rechtzeitig reagieren, Strategien anpassen oder neue Initiativen starten", erklärte Kaiser.
„Unser Ziel ist es, den gemeinsamen Hochschulraum international bekannter zu machen, Schwerpunkte zu definieren, Synergien zu erschließen und Doppelstrukturen zu vermeiden."
Forschung, Kultur und Sport: Breite Kooperationsfelder in der Area Süd
Zahlreiche Kooperationen im Forschungs- und Entwicklungsbereich sind geplant. Kulturell entstehen neue Angebote wie Schnupperabos für Theaterbesuche in Klagenfurt, Graz, Laibach/Ljubljana und Triest. Bereits bestehende Sportkooperationen rund um Kärnten Läuft und den Graz-Marathon werden ausgebaut. Der Nachwuchsfußball rückt als neues Kooperationsfeld ins Visier.
Die beiden Länder koordinieren ihr Notfallmanagement für den Koralmtunnel und planen gemeinsame Beschaffungen von Katastrophenschutzausrüstung. Weitere Bundesländer sollen in diese Initiative einbezogen werden.
Die beschlossene „Nachhaltigkeitsagenda Koralmbahn" unterstreicht das gemeinsame Engagement für Umwelt- und Klimaschutz.
Koralmbahn Eröffnung: Chancen und Herausforderungen für den Tourismus
Beide Länder sollen die Möglichkeiten der Koralmbahn gemeinsam erschließen, dabei aber auch die Herausforderungen im Blick behalten. Wirtschaft und Tourismus bieten erhebliche Potentiale für die Alpen Adria Region. Ein gemeinsamer Auftritt für den Tourismusraum Kärnten-Steiermark steht auf der Agenda.
Die Vernetzung von Behörden und Einsatzkräften soll mehr Sicherheit entlang der Koralmbahn Strecke gewährleisten. Konkrete gemeinsame Initiativen sind in der Volkskultur geplant. Der steirische Landeshauptmann stellt sich eine gemeinsame Volkskulturveranstaltung vor, die als Symbol für die Freundschaft und Partnerschaft zwischen beiden Ländern fungieren soll. Volkskultur-Akteure sollen grenzüberschreitend stärker vernetzt und Museumsangebote gemeinsam digitalisiert werden.
Finanzausgleich-Reform: Südachse fordert Ende der Benachteiligung
Gruber sieht in der Kooperation zwischen Kärnten und der Steiermark ein wichtiges Signal in herausfordernden Zeiten – „ungeachtet politischer Konstellationen".
„Wir entwickeln uns zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und wollen geschlossen gegenüber Wien auftreten, besonders bei Verzögerungen beim Infrastrukturausbau", betonte der Landeshauptmannstellvertreter.
Damit die Koralmbahn zur echten Wertschöpfungsachse wird, müssen auch Projekte jenseits der Hauptstrecke realisiert werden. Gruber nannte den Breitbandausbau. Dieser müsse Perspektiven für Gemeinden bieten, die von Kürzungen oder Verschiebungen im dritten Call der Bundes-Breitbandinitiative betroffen sind.
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Erneut forderte er den Sicherheitsausbau der S37, den Ausbau der B317 und den Vollausbau der A2-Anschlussstelle Wernberg.
An die ÖBB richtete er die Forderung nach einer Güterbahntrasse für den Kärntner Zentralraum: „Ohne Lärmschutz ist die Koralmbahn nicht zu Ende gedacht."
Zusätzlich verlangt man vom Bund die Aufhebung des sogenannten Stückelungsverbots. Ziel ist es, dass regionale Klimatickets ohne Mehrkosten für Bundesländer und Pendler kombiniert werden können.
Als „starke Südachse" setzen sich beide Länder dafür ein, dass Kärnten und die Steiermark beim Finanzausgleich nicht länger benachteiligt werden. „Damit muss Schluss sein. Wir fordern eine Tabula rasa. Der Finanzausgleich muss neu aufgesetzt, neu geplant werden. Die Reformpartnerschaft ist dafür der beste Zeitpunkt", so Gruber.
Alpen Adria Allianz: Wissenschaft und grenzüberschreitende Vision
Khom zeigt sich überzeugt davon, dass der gemeinsame Wirtschaftsraum künftig noch mehr ins Zentrum rücken wird. Sie stammt aus Steirisch-Laßnitz, pendelt täglich über Kärnten zur Arbeit und erlebt, wie die Menschen eine einzige Region leben. Ein zentraler Baustein der Zusammenarbeit ist für sie die Wissenschaft. Gemeinsam wollen beide Länder verstärkt Gelder von Bund und EU akquirieren.
Auch Khom fordert eine Neuaufstellung des Finanzausgleichs: „Kärnten und die Steiermark werden aktuell massiv benachteiligt."
Beide Bundesländer verfügen jedoch über erhebliche Stärken, „die wir bündeln müssen". Im einen Bundesland zu wohnen und im anderen zu arbeiten soll zur Normalität werden. „Dafür müssen wir die Familien und Kinder mitnehmen", so Khom.
Den Süden Österreichs zu stärken ist auch ihr Anliegen als aktuelle Vorsitzende der Alpen-Adria-Allianz.
(LB/APA)
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