Koralmbahn Fertigstellung : Koralmbahn: So wird für den Notfall geübt

Tunnelübung von Einsatzkräften im Koralmtunnel

Die Übungen im Koralmtunnel sind ein wichtiger Teil des umfassenden Sicherheitskonzeptes entlang der Koralmbahn.

- © ÖBB/Matthias Fischer

Die Koralmbahn Fertigstellung rückt in greifbare Nähe. Bereits am 14. Dezember 2025 werden die ersten Züge die neue Strecke befahren. Bevor jedoch der reguläre Betrieb startet, absolvieren alle Beteiligten umfangreiche Trainingseinheiten. Sicherheit steht dabei an erster Stelle.
 

Aktuell läuft die finale Übungsphase mit sämtlichen Einsatzorganisationen an. Die kommenden Wochen bringen unterschiedlichste Notfallszenarien unter realistischen Bedingungen. Der Koralmtunnel und die Unterflurtrasse bei Feldkirchen stehen im Mittelpunkt der Trainings.

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Ziel ist es, die Hilfs- und Einsatzkräfte mit den neuen Tunnelanlagen und Einrichtungen so vertraut wie möglich zu machen.

- © www.FiMS.at/ÖBB Matthias Fischer

Einsatzkräfte lernen modernste Tunneltechnik kennen

Die Übungen verfolgen ein klares Ziel: Rettungskräfte sollen sich optimal mit den neuen Tunnelanlagen vertraut machen. Gleichzeitig werden Arbeitsabläufe getestet und die Koordination zwischen verschiedenen Einsatzorganisationen optimiert.
 

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem ÖBB Servicejet, einem hochmodernen Rettungszug der neuesten Generation. Dieses Spezialfahrzeug schleppt doppelte Railjets ab, evakuiert bis zu 300 Personen und transportiert 40.000 Liter Löschwasser. Eine integrierte Schutzbelüftung komplettiert die Ausstattung.


Zusätzlich testen die Verantwortlichen Drohnen-Einsätze im Tunnel. Diese Fluggeräte erkunden schnell die Lage und übertragen Echtzeitbilder an die Einsatzleitung.

Koralmtunnel zählt zu den sichersten Eisenbahntunneln weltweit

Die Koralmbahn Eröffnung markiert einen Meilenstein in Sachen Tunnelsicherheit. Etwa 15 Prozent der Gesamtinvestition flossen in Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören Notausgänge, Löschwasserleitungen, Belüftungssysteme, Notrufsäulen, Branddetektoren, Einsatzkraft-Zufahrten und Kommunikationssysteme.


Der Koralmtunnel mit seinen zwei Röhren gilt als modernster und sicherster Eisenbahntunnel der Welt. In der Tunnelmitte verbindet eine etwa einen Kilometer lange dritte Röhre die beiden Haupttunnel. Dieser unterirdische Evakuierungs- und Rettungsbereich bietet Fahrgästen im Notfall Schutz. Dort warten sie auf Einsatzkräfte und Rettungszüge, die beidseitig stationiert sind.

Lesen Sie hier: Wie herausfordernd es war, den Tunnel zu bauen

Europaweites ETCS-System garantiert höchste Sicherheitsstandards

Das European Train Control System (ETCS) bildet einen weiteren Grundpfeiler des Sicherheitskonzepts. Dieses europaweite Zugsicherheitssystem überwacht Zuggeschwindigkeit, Gleisbelegung und Zugabstände kontinuierlich.


Vor der Tunneleinfahrt überprüfen spezielle Prüfeinrichtungen jeden Zug auf technische Defekte wie überhitzte Bremsen. Die Stromversorgung des Koralmtunnels ist sozusagen doppelt gesichert: Fällt in einem Bundesland der Strom aus, übernimmt das andere die Versorgung. Bei einem beidseitigen Stromausfall greift eine Blackout-Vorsorge. Sämtliche wichtigen Anlagenteile sind doppelt installiert.