Industrie Vorarlberg : Westösterreich: Es gilt das Prinzip Hoffnung

Die Silhouette des Rohbaus eines Gebäudes mit Baukran im Gegenlicht der untergehenden Abendsonne vor einem blau und orangerot verfärbtem, wolkenlosen Himmel

Noch herrscht Zurückhaltung, doch viele Unternehmen sehen bereits wieder die Morgenröte.

- © Frank Wagner - stock.adobe.com

Drei Bremsklötze würden derzeit Österreichs Wohlstand und Wachstum gefährden: die überbordende Bürokratie, die hohen Lohnnebenkosten und der in vielen Bereichen vorherrschende Arbeitskräftemangel.

Ein Blick nach Vorarlberg. Dort werde, so Mahrer, die Zahl der Erwerbstätigen bis 2050 um rund 4.500 Personen zunehmen; die Gesamtbevölkerung im selben Zeitraum um rund 45.000 Personen. 

Die Notwendigkeit von Maßnahmen zur bestmöglichen Ausschöpfung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials sei allein schon aus dieser Perspektive evident.

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„Die Situation der Vorarlberger Industrie ist nach wie vor prekär. Die Auftragseingänge sind rückläufig und der Personalstand gerät zunehmend unter Druck. Nicht zuletzt hat die Vorarlberger Industrie mit stark steigenden Personalkosten zu kämpfen“, sagt Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

  • Portrait Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich
    „Wir haben drei Bremsklötze, die unser Wachstum gefährden: die überbordende Bürokratie, die hohen Lohnnebenkosten und der Arbeitskräftemangel“

    Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich

Konkrete Maßnahmen der Politik gefordert

Die Wirtschaftskammer sowie die Industriellenvereinigung der westlichen Bundesländer fordern daher unisono konkrete Maßnahmen von der Politik. Dazu zählen steuerliche Entlastungen für ältere Arbeitnehmer, die sich bereits in der regulären Pension befinden, ebenso wie passgenaue Weiterbildungsangebote und die Notwendigkeit bzw. weitere Senkung der Lohnnebenkosten und Abgaben für Arbeitnehmer. Auch Überregulierung und bürokratische Belastungen seien Hindernisse für die erfolgreiche Entwicklung eines fortschrittlichen und innovativen Wirtschafts- und Industriestandortes. 

Darin sind sich die Wirtschafts- und Industrievertreter mit den Industrieunternehmen einig, die gerade in konjunkturell schwächeren Zeiten mit den genannten Herausforderungen zu kämpfen haben. Empl-Fahrzeugtechnik, einer der führenden Hersteller von LKW-Aufbauten und Spezialanhängern, gab bereits Ende letzten Jahres bekannt, dass eine gezielte Verlagerung der Komponentenfertigung ins außereuropäische Ausland geplant ist.

Gründe für diesen Schritt sind die gestiegenen Kosten für Energie, Löhne und Rohstoffe sowie die anhaltenden Probleme in der Lieferkette durch die Pandemie und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Auch die Verfügbarkeit von Fachkräften spielt bei dieser Entscheidung eine nicht unwesentliche Rolle.

Andere Unternehmen wie INNIO-Jenbacher setzen auf nachhaltige Technologien: „Nachhaltigkeit ist der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft. Unser gesamtes INNIO-Team kann stolz auf die Erfolge des vergangenen Jahres sein“, so Olaf Berlien, Präsident und CEO der INNIO Group.

Beispielsweise hat die INNIO Group in der Lieferkette große Fortschritte erzielt – 80 Prozent der 200 größten Zulieferer haben sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Innio triumphiert

Martin Blum, Geschäftsführer bei Blum (rechts im Bild): „Um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben, muss in Österreich noch einiges getan werden."

- © Blum

Blum und Liebherr: Herausforderungen bleiben

Der Vorarlberger Beschlägehersteller Blum will in St. Pölten einen neuen Produktionsstandort errichten. Das geplante Werk 9 wäre der erste österreichische Standort des Unternehmens außerhalb Vorarlbergs.

„Bei der Suche nach dem idealen Standort für ein zukünftiges neuntes Werk in Österreich war es uns wichtig, dass ausreichend Fläche, Arbeitskräfte und eine gute logistische Anbindung vorhanden sind“, erklärt Blum-Geschäftsführer Martin Blum.

Aber: „Um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben, muss in Österreich noch einiges getan werden. Eine Senkung der Lohnnebenkosten wäre beispielsweise dringend notwendig.“

Auch der international tätige Kranhersteller Liebherr sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin als herausfordernd an. Der Start in das neue Geschäftsjahr mit einem sehr soliden Auftragsbestand gebe jedoch Anlass zu Optimismus.

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