Österreich Lebenserwartung : Gesundheit: Lebensraum Tirol will kranke Jahre verkürzen

Martin Reiter (Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe), Eva-Maria Jabinger (Public-Health-Expertin), Ingo Erricher (Prokurist der Standortagentur Tirol), Elisabeth Gürtler (Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol), Theresa Geley (Gesundheitsdirektorin des Landes Tirol) und Clemens Mair (Geschäftsführer-Stellvertreter der Agrarmarketing Tirol) beim 1. gesundheitskongress der Lebensraum Tirol Gruppe 2026

Martin Reiter (Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe), Eva-Maria Jabinger (Public-Health-Expertin), Ingo Erricher (Prokurist der Standortagentur Tirol), Elisabeth Gürtler (Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol), Theresa Geley (Gesundheitsdirektorin des Landes Tirol) und Clemens Mair (Geschäftsführer-Stellvertreter der Agrarmarketing Tirol).

- © Lebensraum Tirol Gruppe / Hetfleisch

Mit 85,3 Jahren bei Frauen und 80,9 Jahren bei Männern verzeichnet Tirol die höchste Lebenserwartung Österreichs. Dennoch verbringen die TirolerInnen ihre letzten zehn bis 15 Lebensjahre häufig mit chronischen Erkrankungen

An diesem Punkt setzte der 1. Gesundheitskongress Tirol an, der Prävention und Healthy Aging als gesellschaftliche Aufgabe und Standortchance für Tirol in den Mittelpunkt rückte. 

Dass Tirol dafür der passende Austragungsort ist, zeigt die Infrastruktur: Mehr als 80 spezialisierte Unternehmen und knapp 10.000 Studierende im Bereich Life Sciences machen Tirol zu einem der dynamischsten Gesundheits- und Forschungsstandorte Europas.

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Forschung und Praxis im Schulterschluss

Für Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe, bildete die Veranstaltung einen wichtigen Meilenstein, um wissenschaftlich fundiertes Wissen zur Gesundheitsförderung sichtbar zu machen. 

„Mit dem Gesundheitskongress bringen wir die richtigen Akteurinnen und Akteure zusammen, damit aus der Forschung noch mehr wirksame Maßnahmen für unser Land entstehen. Tirol ist weit mehr als ein schöner Naturraum – es ist eine Marke, die für Lebensqualität und Wohlbefinden steht", so Reiter. "Unsere Markenmessung zeigt klar, dass die Menschen hier Natur, Erholung und ein starkes Gesundheitssystem schätzen. Genau dieses Potenzial wollen wir mit ‚Gesundes Tirol‘ weiter stärken.“

Rund um den Kongress vernetzten sich AkteurInnen aus Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft, um die Gesundheitsförderung gemeinsam voranzutreiben. 

„Für Tirol ist entscheidend, Prävention dort zu stärken, wo Gesundheit entsteht: in den Lebenswelten der Menschen", sagt Gesundheitsdirektorin des Landes Tirol, Theresa Geley.

Auch die neue Sendung der WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN widmet sich dem Thema Gesundheitspolitik

Neue Studie: Frauengesundheit als strukturelle Herausforderung

Wie eng Wissenschaft und Gesundheitspolitik zusammenhängen, zeigte eine Studie, die im Rahmen des Kongresses präsentiert wurde. Ein Forschungskonsortium aus fh gesundheit, MCI und UMIT Tirol erstellte sie im Auftrag des Landes Tirol und legte damit erstmals eine fundierte Datengrundlage zur Gesundheit von Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen vor.

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Die Resultate fallen eindeutig aus: Die gesundheitlichen Herausforderungen von Frauen unterscheiden sich je Lebensphase – bei Jugendlichen dominieren psychische Gesundheit und Körperbild, bei erwachsenen Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, im höheren Alter chronische Erkrankungen. 

Dazu kommen strukturelle Schwachstellen wie lange Wartezeiten, ein lückenhaftes wohnortnahes Angebot und mangelnde Koordination im Versorgungssystem. 

Wie diesen Schwachstellen im Gesundheitssystem begegnet werden könnte

„Frauengesundheit ist keine individuelle Frage, sondern eine strukturelle. Prävention, psychische Gesundheit und Gesundheitskompetenz müssen konsequent in alle Lebensphasen integriert werden und die Versorgung muss sich an den Lebensrealitäten von Frauen orientieren", sagt  Gesundheitsexpertin Eva-Maria Jabinger.

Christian Schubert von der Medizinischen Universität Innsbruck zeigte, wie stark Stress oder stabile soziale Beziehungen biologische Abläufe und damit Gesundheit und Krankheit prägen. Anne Hecksteden sprach über Bewegung für Prävention und gesundes Altern. Anna Buchheim referierte über die Bedeutung von Bindung und sozialen Beziehungen über die Lebensspanne. 

Martin Grassberger, Humanmediziner und Biologe, verwies auf den Zusammenhang zwischen Bodengesundheit und menschlicher Gesundheit: Je vielfältiger die Mikroorganismen im Boden, desto reichhaltiger die Nähr- und Mineralstoffe auf unserem Teller. Der Boden sei somit nicht nur Basis der Landwirtschaft, sondern auch ein zentrales Reservoir für Gesundheit.

Die HotelierInnen Elisabeth Gürtler vom Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol und Franz-Josef Pirktl vom Alpenresort Schwarz sehen Wellnesshotels künftig stärker in der Rolle von Prävention und Longevity, um Tourismusangebote an gesellschaftliche Bedürfnisse anzupassen. Beide Häuser bieten bereits umfangreiche Programme mit ärztlicher Begleitung an.

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