Digitalisierung Logistik : S2data automatisiert Transportplanung für steirisches Unternehmen AVI

Blauer offener Lkw des Unternehmens AVI voll beladen mit Betonbewehrungsprodukten

Bisher mussten die AVI-Mitarbeitenden händisch planen, wie die Bestellungen auf die Lkw passen – ein aufwendiger Prozess mit zahlreichen Korrekturschleifen.

- © S2data

Das Grazer Software-Unternehmen S2data hat erfolgreich die Transportplanung der Alpenländischen Veredelungs-Industrie GmbH (AVI) vollständig automatisiert. 

Der steirische Betonbewehrungsspezialist profitiert nun von einer KI-gestützten Softwarelösung, die manuellen Planungsaufwand eliminiert und gleichzeitig das Expertenwissen langjähriger Fachkräfte digital konserviert. 

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Das Unterfangen kann als Beispiel dafür hergenommen werden, wie innovative Technologien traditionelle Logistikprozesse transformieren können.

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Stefan Kremsner von S2data zeigt beim Logistics Summit 2024 konkrete Beispiele, wie Unternehmen bereits erfolgreich KI-gestützte Softwarelösungen nutzen, um effizienter zu arbeiten und dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Fallbeispiel AVI: Drei Generationen Expertise in der Betonbewehrung

Das Familienunternehmen AVI produziert bereits seit drei Generationen sämtliche Komponenten für die Stahlbetonbewehrung. Das Produktspektrum reicht von herkömmlichen Abstandshaltern über Gitterträger bis zu spezialisierten Querkraft- und Durchstanzelementen für Stahlbetonplatten. 

Europaweit beliefert AVI Betonverarbeiter, Bauunternehmen und Betonstahl-Biegebetriebe mit ihren innovativen Produkten.

Wie geht es der Betonbranche derzeit?

AVI-Mitarbeiter steht vor großer Wand von Betonbewehrungsprodukten.
Mit der Software von S2data erfolgt die Transport- und Laderaumplanung nun komplett automatisiert. Das soll die Mitarbeitenden im Arbeitsalltag entlasten, aber auch eine optimale Auslastung der Fahrzeuge ermöglichen. - © S2data

Die Alpenländische Veredelungs-Industrie GmbH (AVI) hat sich auf die Herstellung von Betonbewehrungsprodukten spezialisiert und liefert diese direkt an ihre Kunden – darunter zum Beispiel Durchstanzelemente, die den Durchstanzwiderstand von Stahlbetonplatten erhöhen.

- © AVI

Manuelle Transportplanung stößt an Grenzen

Vor der Digitalisierung der Logistik durch S2data bewältigten die Verkaufsinnendienst-Mitarbeiter die Transportplanung ausschließlich durch Erfahrungswerte. Bei jeder Kundenbestellung mussten sie mental kalkulieren, wie die verschiedenen Komponenten in die verfügbaren Fahrzeuge passen würden.

Klaus Hreniuk, Geschäftsführer von AVI, erklärt: „Einer unserer langjährigen Mitarbeitenden ist unternehmensweit bekannt: Aufgrund seiner Fähigkeiten, die Ware im Kopf zu kommissionieren, nennen wir ihn intern gerne den Tetrismeister."
 

Diese händische Vorgehensweise brachte jedoch erhebliche Nachteile mit sich. Ohne präzise Visualisierung entstanden regelmäßig zwei problematische Szenarien: Entweder blieb wertvoller Laderaum ungenutzt oder die Kapazitätsgrenzen wurden überschritten. 

Beide Situationen erforderten zeitaufwendige Nachbearbeitungen, Kundenkommunikation und Bestellungsmodifikationen.

Digitalisierung Logistik: S2data Platform als Lösung

Die variierende Nachfrage sowie unterschiedliche Produktdimensionen und -gewichte erschwerten die manuelle Planung zusätzlich. 

Hinzu kam das Risiko des Inselwissens. Zwar verfügten langjährige AVI-Mitarbeitende über umfassendes Expertenwissen in Bezug auf Transportplanung, doch dieses Wissen war nur in wenigen Köpfen verankert. Mit der Zeit wuchs so die Gefahr, dass dieses wertvolle Praxis-Know-how verloren gehen würde.

„Solch umfassende Erfahrungen wird man zwar nicht komplett ersetzen können – trotzdem wollten wir Informationen sichern und bündeln, um unseren Mitarbeitenden die Arbeit zu erleichtern", erklärt Hreniuk.
 

Das österreichische Start-up S2data hat nun eine umfassende Softwarelösung für die holistische Optimierung der gesamten Supply Chain entwickelt. Eine cloudbasierte SaaS-Lösung verarbeitet parallel und mittels Künstlicher Intelligenz sämtliche Informationen aus Produktion, Lager, Materialbedarf und Logistik.

Eigens entwickelte Algorithmen berechnen die optimale Laderaumnutzung und ermitteln die effizienteste Route sowie den passenden Frachttarif.

Die cloudbasierte Infrastruktur der Platform sorgt dabei für eine skalierbare Rechenleistung, sodass das System problemlos große Datenmengen und komplexe Berechnungen effizient verarbeiten kann.

Automatisierte Laderaumplanung durch intelligente Algorithmen

Bei AVI kommt die S2data Platform hauptsächlich für die automatisierte Verladeplanung zum Einsatz. Die intelligenten Algorithmen berücksichtigen sämtliche Produktabmessungen und Bündelungsspezifikationen, um eine maximale Laderaumausnutzung zu gewährleisten. 

„Eingehende Bestellungen müssen lediglich in die Software eingegeben werden – die Laderaumplanung erfolgt komplett automatisch, schnell und effizient", so Hreniuk.
 

Die Fahrzeugauslastung konnte dadurch deutlich gesteigert werden. „Im Vergleich zu früher nutzen wir den Laderaum effizienter, vermeiden zusätzliche Fahrten und senken so unseren Kraftstoffverbrauch sowie unsere Betriebskosten", berichtet der Geschäftsführer.

3D-Visualisierung für transparente Transportplanung

Das Dashboard der Software unterstützt die Mitarbeiter durch 3D-Ladepläne und visuelle Lkw-Darstellungen bei der Entscheidungsfindung. Diese Visualisierung macht die Planung nachvollziehbar und transparent. 

Die aufwendige Koordination zwischen Verkaufsinnendienst und Kommissionierung entfällt komplett, ebenso wie die mehrfache Bearbeitung einzelner Bestellungen.

Bildschirm zeigt Visualisierung eines Lkw.
Insbesondere die integrierte 3D-Visualisierung vereinfacht die Erstellung von Ladeplänen. - © S2data

Effiziente Implementierung und Wissenstransfer

Das S2data-Team verschaffte sich zunächst einen detaillierten Einblick in die AVI-Prozesse und identifizierte präzise die Anforderungen des Betonbewehrungsherstellers. Anschließend spezifizierten sie sämtliche AVI-Produkte nach Größe, Gewicht und Stapelbarkeit für die Software.

Die Implementierung war nach rund fünf Monaten umgesetzt. „Weil die Software so schnell einsatzbereit war, konnten wir früh damit anfangen, die digitalen Prozesse in unsere Abläufe zu integrieren", so Hreniuk. 

Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen besteht weiterhin: Neue Produkte können jederzeit in die Software integriert werden, um das aktuelle AVI-Produktportfolio vollständig abzubilden. 

Übrigens: S2data war im Rennen um den österreichischen Gründungspreis Phönix 2025 in der Kategorie Start-up.

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