Steiermarkbahn Transport und Logistik GmbH : Steiermarkbahn sucht strategischen Partner | Paradoxes Problem im Güterverkehr

Nahaufnahme der Front einer weißen Güterlok der Steiermarkbahn

Die Pläne zur Partnersuche der Steiermarkbahn wurden bereits veröffentlicht.

- © Steiermarkbahn

Die Steiermarkbahn Transport und Logistik GmbH sucht einen strategischen Partner für den Schienengüterverkehr

Gleichzeitig steht die Logistikbranche Österreichs unter Druck. Komplexe Marktbedingungen mit geopolitischen Spannungen, steigende Energiepreise und eine anhaltende industrielle Rezession sind die Gründe. 

Diese Herausforderungen treffen nicht nur die ÖBB Rail Cargo, sondern die gesamte Branche. 

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Auch die ÖBB Rail Cargo ist von den derzeitigen Herausforderungen betroffen.

- © ÖBB, Hanno Thurnher

Strategische Partnerschaft als Antwort auf wachsende Konkurrenz

Die Steiermarkbahn (StB) reagiert nun proaktiv auf diese Entwicklungen und bereitet ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Transport und Logistik GmbH (TL) strategisch auf die Zukunft vor. Die Pläne zur Markterkundung nach einem geeigneten Partner wurden bereits veröffentlicht.

Warum Österreich dringend eine Logistikstrategie braucht

© Werner Krug

Eisenbahnverkehrsunternehmen mit deutscher Tochtergesellschaft strategisch positioniert

Das Schienengüterverkehr-Unternehmen StB TL besitzt bereits die erforderlichen Betriebsgenehmigungen für den österreichischen und deutschen Markt. 

Diese Zulassungen umfassen sämtliche wichtige Grenzbahnhöfe zwischen beiden Ländern. Zusätzlich verfügt die Gruppe über die StB Cargo Germany GmbH mit Firmensitz in Passau. Diese fungiert als strategisches Asset im süddeutschen Raum.

Geschäftsführer setzt auf kundenorientierte Logistiklösungen

Werner Hecking, Geschäftsführer der StB, definiert klare Ziele für den eingeleiteten Stärkungsprozess: „Ziel des Stärkungsprozesses ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Güterverkehrstöchter zu steigern, ihre Innovationskraft zu erhöhen und die internationale Reichweite zu vergrößern

Wir wollen entlang der gesamten Logistikkette besser integrierte und damit stärker kundenorientierte Lösungen anbieten. Dies ist im zunehmend internationalen Güterverkehr langfristig erfolgsentscheidend, steigert unsere Resilienz und sichert Arbeitsplätze."

Güterverkehr in Österreich: Private Anbieter gewinnen Marktanteile

Der österreichische Schienengüterverkehr zeigt eine interessante Marktdynamik: Die Rail Cargo Austria konnte 2024 ihre Marktführerschaft mit 57,3 Prozent der Nettotonnenkilometer behaupten, verlor jedoch 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. 

Private Bahnunternehmen wie Ecco-Rail, Lokomotion und CargoServ erreichten gemeinsam einen Marktanteil von 27,6 Prozent

Besonders auf den wichtigsten Transitstrecken (Westachse, Brenner) dominieren bereits private Bahnen mit rund 60 Prozent Marktanteil.

Kapazitätsengpässe trotz steigender Anbietervielfalt

Maria-Theresia Röhsler, Geschäftsführerin der Schienen-Control, beschreibt die paradoxe Situation prägnant: „Mehr Kuchenstücke – aber der Kuchen bleibt gleich groß. Trotz steigender Anbieterzahl stagniert die Leistung des Schienengüterverkehrs seit Jahren. 

Zwar konnte im Jahr 2024 ein leichtes Plus bei den Netto- und Bruttotonnenkilometern verzeichnet werden; doch die konjunkturelle Lage, die Abnahme der Nachfrage an bahnaffinen Gütern sowie Einschränkungen durch Hochwasser und weiträumige, baustellenbedingte Umleitungen haben dem Sektor klare Grenzen gesetzt". 

Der wachsende Personenverkehr wird in Österreichs gemischtem Schienennetz zunehmend zu einem Kapazitätsproblem – auch für den Güterverkehr.

Die größte Konkurrenz für den Schienentransport bleibt aber laut Jahresbericht der Schienen-Control für 2024 der Straßentransport. Das liege an strukturell verzerrten Rahmenbedingungen und fehlender Kostenwahrheit. 

„Wer es mit der Verkehrsverlagerung ernst meint, muss den Güterverkehr auf der Schiene stärken – mit klarem politischem Willen, fairen Spielregeln, gezielten Fördermodellen und Investitionen in Infrastruktur und Personal", sagt Gerhard Tauchner, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn.

Flexibilität bei Trassenbestellung wird zum Erfolgsfaktor

Die Nachfrage nach flexiblen Transportlösungen steigt kontinuierlich. Nahezu ein Drittel der gesamten Verkehrsleistung wurde 2024 über kurzfristig bestellte Ad-hoc-Trassen abgewickelt. Bei privaten Bahnen lag dieser Anteil sogar bei über 40 Prozent. 

Röhsler fordert daher: „Der Schienengüterverkehr braucht adäquate Trassen und eine europäische Baustellenkoordination". 

A propos: Anfang Juli gab die EU-Kommission Österreich grünes Licht für Fördermillionen zur Digitalisierung des Schienenverkehrs. Darin enthalten: die digitale automatische Kupplung DAK. Mit dem 2,2 Mio. Euro schweren Pilotprojekt wird ein weiterer Schritt zur Automatisierung des Güterverkehrs gesetzt.

(LB/APA)

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