AustroCel Hallein : AustroCel Hallein: Mit Bioökonomie punktet Salzburg beim Green Deal
Sofie Carsten Nielsen, Director der European Biosolutions Coalition und ehemalige dänische Bildungs- und Forschungsministerin zu Besuch in Hallein – gemeinsam mit Marit Hyithamar Rystrom von der Confederation of Danish Industry und Maximilian Mauthe von der IV Österreich. Empfangen wurden sie von Wolfram Kalt, CEO und Franz Dieterich, Betriebsleiter Energie & Bioraffinierie.
- © AustroCel HalleinDie AustroCel Hallein GmbH demonstriert in der Praxis, wie Bioökonomie auf europäischer Ebene funktioniert. Das Unternehmen aus der Zellstoffindustrie hat sich zu einer Zero Waste Bioraffinerie entwickelt und engagiert sich mittlerweile in der European Biosolutions Coalition.
Ziel ist es, naturbasierte Lösungen für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit voranzutreiben und gleichzeitig innovationsfreundliche Rahmenbedingungen auf EU-Ebene zu fördern.
Lesen Sie hier, wie weit Österreichs Papierindustrie in der Bioökonomie ist
Die European Biosolutions Coalition betrachtet Biosolutions als zentrale Hebel für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit. Biologische Innovationen können Emissionen reduzieren, Lieferketten stabiler gestalten und neue Industriezweige etablieren. AustroCel Hallein wird als Praxisbeispiel im Magazin der EBC präsentiert.
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Zellstoffindustrie: Traditionsbetrieb mit Innovationskraft
Die AustroCel Hallein GmbH ist ein Traditionsbetrieb der österreichischen Zellstoffindustrie. Das Unternehmen gilt als eine der wichtigsten Bioraffinerien in Österreich.
- 342 MitarbeiterInnen
- Jahresumsatz: 182 Millionen Euro
- Produktionskapazität: 160.000 Tonnen Zellulose sowie zugehörige Energieprodukte wie reststoffbasiertes Bioethanol und Biogas pro Jahr
Im Juli 2025 startete die Produktion eines neuartigen Hydrogel-Granulates, das Bodentrockenheit vorbeugt. In der modernen Bioraffinerie entstehen neben Viskosezellstoff, Bioethanol und Biogas auch Fernwärme und Strom für den Eigenbedarf und die Region.
European Biosolutions Coalition: Anerkennung für österreichische Innovation
„AustroCel zeigt, wie biobasierte Industrie auf industriellem Maßstab funktioniert – von ‚adding value to wood' hin zu ‚unlocking the power of nature for a greener tomorrow'", sagt Sofie Carsten Nielsen, Direktorin der European Biosolutions Coalition, bei einem Besuch in Hallein. Das Unternehmen beweist, dass nachhaltige Industrieproduktion und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Es ist ein echter europäischer Showcase für die Bioökonomie."
AustroCel Hallein entwickelt sich in der europäischen Industrie zunehmend zum Referenzprojekt für erfolgreiche biobasierte Transformation. Auf Einladung von Direktorin Nielsen beteiligt sich das Unternehmen an der European Biosolutions Coalition, einer EU-weiten Initiative für den Ausbau naturbasierter, nachhaltiger Lösungen. Diese sollen den Weg zu einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen europäischen Wirtschaft ebnen.
Die Kooperation verfolgt das Ziel, Biosolutions als Schlüsseltechnologien für die industrielle Zukunft Europas zu positionieren. Gleichzeitig sollen die regulatorischen Rahmenbedingungen auf EU-Ebene so angepasst werden, dass Innovation und Transformation schneller, nachhaltiger und wirtschaftlich attraktiver realisiert werden können.
Bioraffinerie als Beitrag zum EU Green Deal
AustroCel nutzt regionale Rohstoffe und skaliert energieeffiziente Prozesse, um ehemalige Nebenprodukte zu neuen biobasierten Qualitätsprodukten zu veredeln. Damit leistet die AustroCel Hallein GmbH einen aktiven Beitrag dazu, die Bioökonomie als zentralen Bestandteil des europäischen Green Deal zu etablieren.
„Unser Ziel ist es die Potenziale einer Bioraffinerie industriell voll auszuschöpfen und praxisnah zu zeigen, dass Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit kein Widerspruch sind", sagt CEO Wolfram Kalt.
Mit einem Fokus auf Bioprozesse und Zero-Waste Geschäftsmodelle würden sie die Branche transformieren. "Damit sind wir ein gutes Beispiel, wie heimische Unternehmen Ihre Innovationskraft erfolgreich für ein klimaneutrales Europa mit resilienter Industrie einsetzen."
Das Unternehmen stellte seine Ansätze bei der High-Level Conference on Biosolutions und beim Working Party on Competitiveness and Growth des EU-Rates in Brüssel vor. CEO Kalt nahm außerdem am Japan-EU B2B Matching Event teil, um internationale Kooperationen im Bereich Bioindustrie und kritische Rohstoffe auszubauen.
Kreislaufwirtschaft: Energie für 30.000 Haushalte
Das Unternehmen aus Hallein versorgt nicht nur die eigene Produktion mit sauberer Energie, sondern beliefert auch bis zu 30.000 Haushalte mit Strom und Fernwärme. Die Kapazität der Bioethanol-Produktion deckt rund 1 Prozent des österreichischen Benzinkraftstoffbedarfs ab.
Mit ihrer Spezialisierung auf Bioperformance-Produkte stellt die Bioraffinerie Innovationen für nichttextile Märkte her. Diese werden beispielsweise in der Pharmaindustrie, der Lebensmittelbranche oder im Bausektor eingesetzt – alles aus Holz.
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