Earth Overshoot Day : Weniger Geld für Klimatechnologien: Was Investoren interessiert, was Österreich tun kann

Trotz des allgemeinen Investitionsrückgangs verzeichnen bestimmte Bereiche eine steigende Nachfrage. Technologien, die auf die Anpassung an Klimarisiken und die Stärkung der Resilienz ausgerichtet sind, gewinnen an Bedeutung.
- © Konstantin YuganovDer Earth Overshoot Day, der das Datum markiert, an dem die natürlichen Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht sind, fällt in Österreich auf den 29. März. Dieses frühe Datum unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf im Umgang mit Ressourcen.
Agatha Kalandra, ESG-Leaderin und Vorständin von PwC Österreich, betont: „Unser derzeitiger Umgang mit Ressourcen ist nicht zukunftsfähig. Um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen, braucht es Investitionen in die richtigen Technologien. Doch die aktuelle Marktlage schafft Unsicherheit – ein Umstand, der auch in Österreich die Investitionen in Klimatechnologien verringert.“
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Fokus auf Anpassungsfähigkeit und Resilienz
Trotz des allgemeinen Investitionsrückgangs verzeichnen bestimmte Bereiche eine steigende Nachfrage. Technologien, die auf die Anpassung an Klimarisiken und die Stärkung der Resilienz ausgerichtet sind, gewinnen an Bedeutung.
Dazu zählen beispielsweise Hochwasserschutzsysteme, Dürremanagement-Technologien und hitzebeständige Baumaterialien. Diese Technologien machten 28 % der untersuchten Climate-Tech-Deals aus und repräsentieren 12 % des gesamten Investitionsvolumens in diesem Sektor.
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Energiesektor im Fokus der Investoren, Wachstum bei KI-getriebenen Klimatechnologien
Der Energiesektor bleibt ein zentraler Bereich für Investitionen in Klimatechnologien. Mit einem Anteil von 35 % am gesamten Investitionsvolumen verzeichnete dieser Sektor ein Plus von 5 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg zeigt das anhaltende Vertrauen der Investoren in nachhaltige Energielösungen und deren Bedeutung für die Energiewende.
Ein weiteres wachsendes Segment sind KI-basierte Klimatechnologien. Investitionen in diesem Bereich stiegen von 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 6 Milliarden US-Dollar in den ersten drei Quartalen 2024. Das entspricht 14,6 % des gesamten Investitionsvolumens im Klimatechnologiesektor.
Besonders hervorzuheben sind dabei autonome Fahrzeuge, die 62 % der KI-bezogenen Investitionen ausmachten, sowie industrielle Anwendungen in den Bereichen Landwirtschaft, Smart Home und intelligente Energielösungen mit einem Anteil von 20 %.
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„Gezielte Anreize wie steuerliche Vergünstigungen, Subventionen oder spezielle Förderprogramme könnten dazu beitragen, mehr Kapital in den Industriesektor zu lenken.
AGATHA KALANDRA, ESG-Leaderin und Vorständin von PwC Österreich
Missverhältnis zwischen Emissionen und Finanzierung im Industriesektor
Trotz der Tatsache, dass der Industriesektor für 34 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, sank sein Anteil an den Investitionen in Klimatechnologien von 17 % im Jahr 2023 auf 7 % in den ersten drei Quartalen 2024.
Dieses Ungleichgewicht verdeutlicht die Notwendigkeit, gezielte Anreize zu schaffen, um mehr Kapital in diesen emissionsintensiven Sektor zu lenken.
Agatha Kalandra hebt hervor: „Gezielte Anreize wie steuerliche Vergünstigungen, Subventionen oder spezielle Förderprogramme könnten dazu beitragen, mehr Kapital in den Industriesektor zu lenken. Gleichzeitig ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen privaten Investor:innen, staatlichen Institutionen und Industriekonzernen nötig, um nachhaltige Technologien schneller zur Marktreife zu bringen. Nur so lässt sich der Industriesektor transformieren und ein wirkungsvoller Beitrag zur globalen Reduktion von Treibhausgasemissionen leisten.“
Bedeutung für österreichische Unternehmer
Für österreichische Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass trotz der aktuellen Herausforderungen Chancen bestehen, insbesondere in den Bereichen Anpassungstechnologien und KI-gestützte Lösungen.
Durch gezielte Investitionen und Kooperationen können heimische Unternehmen eine Vorreiterrolle einnehmen und sowohl ökologisch als auch ökonomisch profitieren.
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