Zwangsversteigerungen Immobilien : Zwangsversteigerungen in Österreich: Hält der starke Anstieg an?
In Salzburg und im Burgenland verdoppelten sich die Versteigerungstermine über die vergangenen Jahre.
(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)
- © Adobe Stock/OwaisIm österreichischen Zwangsversteigerungsmarkt setzte sich 2024 die bereits 2023 eingetretene Trendwende fort. Die Erlöse aus erfolgreich durchgeführten Immobilienversteigerungen verzeichneten einen weiteren Rückgang.
Bereits von 2022 auf 2023 brachen die Erlöse drastisch um 22,8 Prozent ein. Auf 2024 reduzierte sich der Index um weitere 9,6 Prozent. Das erreichte Niveau entspricht dem Marktstand von vor circa zehn Jahren.
Gegenteilig entwickelte sich die Anzahl der Termine für Zwangsversteigerungen. Nach jahrelang kontinuierlich sinkenden Zahlen gab es zuletzt um 31 Prozent mehr Versteigerungen. Damit ist wieder das Niveau von Anfang des Jahrzehnts erreicht.
Das könnte Sie auch interessieren: Mehr Firmeninsolvenzen denn je zuvor in Österreich
Konkret gab es 1.092 anberaumte Termine im Jahr 2024.
Besonders betroffen waren Salzburg und das Burgenland, wo sich die Versteigerungstermine mehr als verdoppelten (+117 Prozent).
Nie mehr die wichtigsten lokalen Nachrichten aus dem Westen Österreichs aus Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!
Regionale Unterschiede bei der Entwicklung
In allen Bundesländern war ein Anstieg zu beobachten, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Während Vorarlberg (+3 Prozent) und die Steiermark (+5 Prozent) nur geringe Zuwächse verzeichneten, lagen die Zuwächse in anderen Bundesländern zwischen 21 und 37 Prozent.
Besonders stark betroffen war neben Salzburg und dem Burgenland auch Niederösterreich. Die meisten Termine fielen wie in den Vorjahren auf Niederösterreich, Wien und die Steiermark.
Die Zahl der Versteigerungen pro 100.000 Einwohner stieg im österreichweiten Durchschnitt von 9,0 auf 11,9. Besonders hoch war der Wert im Burgenland mit 37,4 Terminen, gefolgt von Niederösterreich mit 16,2. Die geringste Zahl verzeichnete Oberösterreich mit 6,5 Terminen pro 100.000 Einwohner.
Entwicklung nach Immobilienkategorien
Die Versteigerungstermine verteilten sich 2024 folgendermaßen auf die Immobilienarten:
Wohnimmobilien: 58 Prozent (630 Termine)
Gewerbeimmobilien: 24 Prozent (265 Termine)
Grundstücke: 18 Prozent (197 Termine)
Das Wachstum bei Wohn- und Gewerbeimmobilien lag leicht unter dem Durchschnitt, während Grundstücke einen überdurchschnittlichen Anstieg verzeichneten.
Geringere Erlöse trotz steigender Versteigerungen
Obwohl die Zahl der Termine deutlich gestiegen ist, entwickelten sich die Schätzwertvolumen schwächer. Der Gesamtwert der zur Versteigerung anberaumten Immobilien stieg um 27,1 Prozent auf 437 Millionen Euro.
Besonders gering fiel der Zuwachs im Wohnimmobilienbereich aus (+16,1 Prozent). Bei Gewerbeimmobilien verlief der Anstieg der Schätzwertvolumen (+32,3 Prozent) nahezu parallel zur Anzahl der Termine.
Der stärkste Anstieg wurde bei Grundstücken registriert (+60,2 Prozent), was auf die anhaltend hohen Grundstückspreise zurückzuführen ist.
Ausblick 2025: Beschleunigung der Entwicklung erwartet
Für 2025 war bereits ein weiterer Zuwachs bei den angesetzten Zwangsversteigerungsterminen prognostiziert worden. Diese Erwartung hat sich nicht nur bestätigt, sondern wurde sogar deutlich übertroffen. Bereits zur Jahresmitte im August 2025 überschritt die Zahl der terminierten Zwangsversteigerungen den Gesamtwert des Jahres 2024.
Falls diese Dynamik im zweiten Halbjahr 2025 anhält, prognostizieren die Experten einen Wiederanstieg der Termine in den Indexbereich von etwa 50 Punkten.
Bei den Erlösen ist zwar ebenfalls ein weiterer Rückgang zu beobachten, jedoch scheint sich das Tempo der Verschlechterung zu verlangsamen. Dennoch wird erwartet, dass der Erlös-Index erstmals seit anderthalb Jahrzehnten unter die Marke von 100 Punkten fallen könnte.
Die Daten basieren auf einer Auswertung von SmartFacts Data Services, einem Unternehmen, das seit fast 20 Jahren den Markt der Zwangsversteigerungen in Österreich analysiert.
🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke gefällig?
Folgen Sie uns auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Themen, spannende Interviews und Trends aus der Wirtschaft immer auf dem Laufenden! 🚀💼