Arbeitslosenquote Österreich : Welche Bundesländer und Branchen haben die höchste Arbeitslosigkeit?

Die Rezession belastet den Arbeitsmarkt seit rund zweieinhalb Jahren.
- © NVB Stocker - stock.adobe.comDie schwache Wirtschaftsentwicklung in Industrie und Handel lässt die Arbeitslosenzahlen in Österreich weiter steigen. Ende Jänner waren 445.513 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Im Februar lag die Zahl bei 429.940.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutete das im Jänner einen Anstieg um 5,8 Prozent, im Februar um 6,9 Prozent. Die Arbeitslosenrate erhöhte sich im Jänner auf 8,6 Prozent und im Februar auf 8,1 Prozent.
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Die Rezession belastet den Arbeitsmarkt seit rund zweieinhalb Jahren. "Mit einer Erholung des Arbeitsmarktes oder einem Rückgang der Arbeitslosigkeit ist in den kommenden Monaten nicht zu rechnen", erklärte AMS-Vorständin Petra Draxl.
AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht im Regierungsprogramm der neuen türkis-rot-pinken Koalition positive Signale: "Die neue Bundesregierung hat angekündigt, das AMS mit deutlich mehr Budget zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auszustatten. Das ist ein wichtiger erster Schritt."
Arbeitslosenzahlen nach Bundesländern
Die Arbeitslosenzahlen stiegen in fast allen Bundesländern, besonders stark in Oberösterreich (+11,2 Prozent im Jänner), Salzburg (+9,9 Prozent), Tirol (+6,9 Prozent) und Vorarlberg (+6,7 Prozent).
Die höchste Arbeitslosenrate wurde in Wien mit 12,7 Prozent registriert. Trotz steigender Arbeitslosigkeit bleibt der Fachkräftemangel in vielen Branchen ein Thema.
Ein weiteres Ungleichgewicht zeigt sich auf dem Lehrstellenmarkt. Derzeit gibt es mehr lehrstellensuchende Personen als offene Lehrstellen: Im Februar waren 7.891 junge Menschen auf Lehrstellensuche, während 7.616 offene Lehrstellen gemeldet wurden.
Arbeitslosenzahlen nach Branchen: Welche Segmente sind besonders betroffen?
Besonders stark fiel der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in der Industrie aus. Im Jänner lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr bei +14,6 Prozent, im Februar stieg er auf +14,9 Prozent.
Auch das Gesundheits- und Sozialwesen verzeichnete im Februar mit +12,2 Prozent einen deutlichen Anstieg. Der Handel meldete im Jänner ein Plus von 8,4 Prozent, im Februar von 8,3 Prozent. In der Gastronomie und Beherbergung stiegen die Zahlen im Jänner um 5,5 Prozent, im Februar um 5,7 Prozent.
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Einzig am Bau zeigte sich eine gegenläufige Entwicklung: Im Jänner sank die Zahl der Arbeitslosen um 3 Prozent, während sie im Februar um 2,5 Prozent stieg. Laut AMS könnte der Rückgang im Jänner mit den milden Temperaturen zusammenhängen.
Arbeitslosigkeit Österreich in den letzten 10 Jahren
Laut einer Grafik von Statista zeigt die Arbeitslosenquote in Österreich zwischen 2012 und 2024 deutliche Schwankungen. Nach nationaler Definition (AMS) lag sie 2012 bei 7 Prozent und stieg bis 2016 auf 9,1 Prozent an.
In den Folgejahren ging sie leicht zurück, erreichte jedoch 2020 mit 9,9 Prozent aufgrund der COVID-19-Pandemie einen Höchststand. Nach einem Rückgang auf 8 Prozent im Jahr 2021 sank die Quote weiter und bewegte sich zwischen 6,2 und 6,4 Prozent in den Jahren 2022 und 2023. Für 2024 liegt die Arbeitslosenquote wieder leicht steigend bei 7 Prozent.
Die Erwerbslosenquote nach internationaler Definition (ILO) zeigt über den gesamten Zeitraum hinweg niedrigere Werte, mit einem Höchststand von 6 Prozent im Jahr 2016 und einem Tiefstwert von 4,5 Prozent im Jahr 2019. In den letzten Jahren schwankte sie zwischen 4,8 und 5,1 Prozent. (apa/red/statista)
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