Salzproduktion Österreich : Salinen Österreich investieren 200 Mio. in Salzbergwerk & Tourismus

Außenansicht auf den Firmensitz der Saline Ebensee bei schönem Wetter

Ziel der Salinen Austria AG ist es, die jährliche Salzproduktion in der Saline Ebensee so schnell wie möglich um etwa zehn Prozent von 1,15 Millionen auf 1,3 Millionen Tonnen Salz zu erhöhen.

- © saline austria

Die Salinen Gruppe plant für die nächsten fünf Jahre Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro

Diese umfangreichen Mittel werden in die Ausweitung und Modernisierung der Salzproduktion Österreich in Ebensee fließen. 

Zusätzlich entstehen neue Bohrlochsonden für die Solegewinnung in Altaussee, Hallstatt und Bad Ischl. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der neuen Standseilbahn in Hallstatt.

"Wir haben den Mut und die Lust zu Wachstum", erklärt Vorstandsvorsitzender CEO Peter Untersperger. Dies geschehe trotz der Tatsache, dass Österreich an Wettbewerbsfähigkeit verloren habe.

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  • Peter Untersperger, CEO Salinen Austria AG
    "Wir müssen um das besser sein, um das wir teurer sind."

    Vorstandsvorsitzender CEO Peter Untersperger

Über die Unternehmensstruktur der Salinen Österreich

Die Österreichische Salinen Aktiengesellschaft umfasst die Salz produzierende Salinen Austria AG, den Tourismusbereich der Salzwelten GmbH und die Salinen Immobilien Gesellschaft m.b.H. 

Aktuell beschäftigt das Unternehmen 580 Mitarbeiter in Österreich, davon 40 in den sieben Vertriebsniederlassungen in Süd- und Südosteuropa. 

Im Wirtschaftsjahr 2023/24 setzte die Gruppe laut Firmencompass 221,67 Millionen Euro um.

Ab Frühjahr 2026 wird eine 170 Meter lange externe Förderbrücke die Produktion mit den Lagerhallen der Saline Ebensee verbinden. 

- © andi bruckner

Die Salinen Gruppe wird in den kommenden 5 Jahren 200 Mio. Euro investieren. Das Geld fließe in die Erweiterung und Erneuerung der Salzproduktion in Ebensee sowie in zusätzliche Bohrlochsonden für die Soleproduktion in Altaussee, Hallstatt und Bad Ischl und in die neue Standseilbahn in Hallstatt. Im Bild: Hochregalllager der Salinen Austria AG in Ebensee.

- © APA/SALINEN AUSTRIA AG/MONIKA LOEFF

Salzkammergut Investitionen: Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Innovation

Der Salinen-Chef fordert von der Regierung, "endlich zu handeln". Die aktuelle Teilzeit-Diskussion betrachtet er lediglich als Sommerloch-Thema. 

Stattdessen sieht Untersperger in "Wettbewerbsfähigkeit, Inflation und Personalkosten" die wesentlichen Herausforderungen. Er betont den dringenden Handlungsbedarf im September, insbesondere beim Industriestrom.

"Wir müssen um das besser sein, um das wir teurer sind", beschreibt er das Konzept der Salinen Österreich, die "die Besten in Europa" seien. 

Obwohl die Personalkosten im kostspieligen Salzbergbau Österreich hoch ausfallen, zeigen sich die Abnehmer zahlungsbereit. Der Grund: schnelle Lieferzeiten und sieben Tochterunternehmen vor Ort in Mittel- und Südeuropa mit muttersprachlichen Mitarbeitern.

Lesen Sie auch hier: Wirtschaftskammer Salzburg will mehr Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit

Innovation und Investition der Salinen Österreich AG.

Salzproduktion Österreich: Strategische Neuausrichtung der Produktpalette

Das Salzbergwerk Österreich verlagert seinen Schwerpunkt weg von Chlor- und Wintersalz. Stattdessen konzentriert sich die Salzproduktion auf Pharma-, Tabletten-, Nitritpökel- und Speisesalz – eine Anpassung an den Klimawandel.

Bei Tabletten und Pharmasalz soll die Herstellung verdoppelt werden. Tabletten machen etwa ein Viertel der Gesamtproduktion aus, Pharmasalz hingegen fünf Prozent. Die gepressten Salz-Tabs dienen der Wasserenthärtung und -aufbereitung und finden besonders in Italien, Deutschland und Osteuropa starken Absatz.

"Knapp 60 Prozent des Salzes werden exportiert", berichtet Untersperger. 

Das hochreine Pharmasalz für Dialysen, Hygieneprodukte und Medikamente geht hauptsächlich nach Südamerika und Asien. Die Salinen Österreich gehört zu den wenigen weltweiten Herstellern dieser Spezialprodukte.

© ANDI BRUCKNER

Produktionssteigerung in Ebensee

Das Ziel lautet, die jährliche Salzproduktion so schnell wie möglich um etwa zehn Prozent von 1,15 Millionen auf 1,3 Millionen Tonnen Salz in der Saline Ebensee zu erhöhen.

In den kommenden fünf bis zehn Jahren werden die Leitungen im 40 Kilometer umfassenden Solenetz erneuert. Jährlich kommen über 4 Millionen Kubikmeter Sole aus den Bergwerken und dem Bohrlochfeld in die Saline. Die bestehenden Pipelines werden durch solche mit größerem Durchmesser ersetzt.

Ab Frühjahr 2026 wird eine 170 Meter lange externe Förderbrücke die Produktion mit den Lagerhallen der Saline Ebensee verbinden. Damit können bis zu 130 Paletten pro Stunde ins Lager transportiert werden. 

Die massive Holzkonstruktion wurde Anfang August fertiggestellt, nun folgt der Innenausbau samt Maschinen- und Fördertechnik.

Reportage über den Salzabbau in Ebensee.

Kleinpackungen als Umsatzbringer

Der Salzberg bietet "für die nächsten 100 Jahre genug Reserven", wobei die Geologie komplexer werde. "Aber darauf sind unsere Bergleute eingestellt", so Untersperger. 

Im Salzkammergut und in Hallein bei Salzburg arbeiten 120 Bergleute. Zwei davon bauen händisch rotes Natursalz ab.

Obwohl der Anteil des "Kleinverpackten" nur bis zu 2,5 Prozent der Produktion ausmacht, erwirtschaften die Salinen damit bis zu 8 Prozent vom Umsatz. Das Unternehmen bringt regelmäßig Innovationen auf den Markt.

Nachdem vor zwei Jahren das teure "Nudelsalz" Schlagzeilen machte – "das ist ein Convenient-Produkt, wird per Hand eingefüllt und das kostet Geld" –, stehen nun neue Salzgewürze in den Supermarkt-Regalen. "Die Easy Spices kommen gut an", so Untersperger.

Von der Diskussion um Mikroplastik im Meersalz profitieren die Salinen Austria: "Unser Siedesalz ist das reinste Salz."

© Adobe stock/gokcen

Salzkammergut Tourismus: Neue Standseilbahn gegen Overtourism

Zusätzlich zur Salzproduktion Österreich setzen die Salinen auf den Tourismus. Ende Juni 2026 soll die neue Standseilbahn in Hallstatt um 25 Millionen Euro in Betrieb gehen. 

Lesen Sie hier über die Bedeutung von Seilbahnen für den Tourismus

Untersperger bezeichnet die Seilbahn als "die modernste der Welt". Sie soll "den Overtourism vom See hoch bringen zur Mittelstation und ins Schaubergwerk."

Die Kapazität wird verdoppelt, die Besucherzahl soll "Richtung eine Million" steigen. Zuletzt wurde ein Rekord von 700.000 Gästen verzeichnet. 

Bis Ende August sind 2025 noch die bestehende Bahn und das Salzbergwerk in Betrieb, dann müssen Besucher auf die Salzwelten Hallein und Altaussee ausweichen.

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