Thomas Gegenhuber : Linz als Wirtschaftsstandort: Wie Stadtrat Gegenhuber Fachkräftemangel, Bürokratie und Transformation begegnen will

Panoramablick auf Linz mit Donau

Linz könnte laut Gegenhuber den Lead übernehmen und zum Hot-Spot für nachhaltige Veränderungen werden. 

- © Daniel - stock.adobe.com

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN: Herr Gegenhuber, Linz als Wirtschaftsstandort ist traditionell von der Industrie geprägt, die aktuell unter den hohen Energiepreisen und als Zulieferer von der schwachen Konjunktur in Deutschland betroffen ist. Kann Linz angesichts dieses Problemgemenges überhaupt etwas für diese Betriebe tun? 

Thomas Gegenhuber: Bei den Energiepreisen kann nur im Schulterschluss mit dem Bund und dem Land etwas bewirkt werden. Da gilt es die Energiepreise rasch zu senken. Linz kann allerdings auf der Ebene der Transformation den Lead übernehmen und hier zum Hot-Spot für nachhaltige Veränderungen werden. 

Wir haben das bereits beim Thema Wasserstoff gemacht. Zur letzten H2-Convention kamen zuletzt alle wesentlichen Player, um die Entwicklung zu einer klimaneutralen Industriestadt voranzutreiben. Ähnliches planen wir auch zu anderen Themen, wie etwa zur Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft.  

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  • Portraitbild von Dr. Thomas Gegenhuber, Stadtrat für Wirtschaft und Innovation in Linz
    Für mich war die letzte Bürgermeisterwahl auch ein wichtiges Signal dafür, dass Linz eine weltoffene Stadt ist und bleiben wird, was zu ihrer Attraktivität für Talente beiträgt.

    Thomas Gegenhuber, neuer Stadtrat für Wirtschaft und Innovation in Linz

Fachkräftemangel und Bürokratieabbau: Wie Linz gegensteuern will

Wie sehen ihre Pläne bzgl. Bürokratieabbau und Fachkräftemangel aus? 

Gegenhuber: Das Fachkräftemonitoring prognostiziert für die Region Linz-Wels im Jahr 2040 den Mangel an 83.500 fehlenden Fachkräften. Neben dem Anspruch, dass Arbeitslose wieder in Beschäftigung kommen, braucht es gleichzeitig eine intelligente Form der qualifizierten Zuwanderung. Für mich war die letzte Bürgermeisterwahl auch ein wichtiges Signal dafür, dass Linz eine weltoffene Stadt ist und bleiben wird, was zu ihrer Attraktivität für Talente beiträgt. 

Hinsichtlich der Bürokratie gibt es eine Agenda, die vorsieht, die aktuellen Prozesse zu evaluieren und in effizientere Abläufe umzuwandeln, um gegenüber den Unternehmen noch serviceorientierter aufzutreten. 

Neue Perspektiven für den IT:U-Campus in Linz

Der Bau der IT:U in Urfahr bei der Johannes Kepler Universität wurde ja abgesagt. War es das jetzt, oder gibt es schon eine Alternative? 

Gegenhuber: Seitens der Stadt Linz herrscht jedenfalls großes Interesse, hier rasch eine Lösung zu finden. Die momentanen Signale aus dem Gemeinderat legen nahe, dass die Post City als idealer Standort angesehen wird – insbesondere aufgrund der günstigen Anbindung. Aber auch andere Standorte sind im Gespräch. 

Welche Standort-Entscheidung letztlich gefällt wird, hängt stark von der neuen Bundesregierung ab, da sich alle Beteiligten auf den neuen Standort einigen müssen. 

Vom Campus in die Politik: Warum sich Thomas Gegenhuber für den Stadtrat entschieden hat

Wie schwer ist es Ihnen gefallen, sich vom Campusleben zu verabschieden und nun als Stadtrat tätig zu sein? 

Gegenhuber: Ich habe mich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt. Am Ende des Tages sah ich aber auch in meiner neuen Rolle den klaren Auftrag, einen wichtigen Beitrag zur Transformation und zur Förderung von Innovation zu leisten. 

Natürlich fiel mir der Abschied von der JKU nicht leicht, aber ich nehme gerne neue Herausforderungen an und freue mich auf diese respektvolle Aufgabe als Wirtschafts-Stadtrat. 

Zudem kann ich eben aufgrund meiner Zeit an der Uni viel an internationaler Erfahrung und an Kenntnissen rund um Organisation, die Start-up-Szene, Digitalisierung, Open Government etc. mitbringen, sodass ich mich auch in der neuen Rolle sehr wohlfühle.  

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