KTM Insolvenz : KTM-Gläubiger stimmen Sanierungsplan zu: Produktion soll wieder anlaufen

Insolvenzverwalter Peter Vogl am Dienstag 25. Februar 2025 vor Beginn der Tagsatzung.
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Die Gläubiger der KTM AG haben am Dienstagvormittag am Landesgericht Ried im Innkreis dem Sanierungsplan zugestimmt. Die Vereinbarung sieht eine Barquote von 30 Prozent vor, die bis Ende Mai ausbezahlt werden soll. 

Dafür müssen etwa 600 Mio. Euro aufgebracht werden. Rund 150 Mio. Euro sind für die Wiederaufnahme der Produktion im derzeit stillstehenden Werk in Mattighofen sowie für den laufenden Betrieb bis Ende Mai vorgesehen.

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Millionenforderungen und strategische Investoren

Die anerkannten Forderungen belaufen sich auf gut 2 Mrd. Euro. Laut Insolvenzverwalter Peter Vogl gibt es strategische Investoren, deren Identitäten vorerst nicht genannt wurden. Medienberichten zufolge sollen unter den verbliebenen sieben Interessenten auch der indische KTM-Partner Bajaj sowie Gerüchte um BMW sein. Eine Ablehnung des Sanierungsplans hätte eine Zerschlagungsquote von nur 14,9 Prozent bedeutet.

Grafik zeigt chronologische finanzielle Entwicklung bei KTM
Entwicklung bei KTM - © APA

Restrukturierungsverfahren und Führungswechsel

Die Sanierungsplantagsatzung betrifft auch die insolventen KTM-Töchter KTM Components GmbH und KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH. Ihr Restrukturierungsplan war in der Vorwoche angenommen worden. Auf Konzernebene wurde die Pierer Industrie restrukturiert, um Anleihen und Schuldscheindarlehen im Volumen von etwa 250 Mio. Euro zu verlängern.

Zu Jahresbeginn 2025 trat Stefan Pierer vom Vorstandsvorsitz der Pierer Mobility AG und KTM AG zurück. Gottfried Neumeister übernahm die Position des CEO, während Pierer als Co-CEO den Sanierungsprozess begleitet.

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Finanzielle Herausforderungen und Personalsituation

Bereits 2023 war das operative Ergebnis (EBIT) um rund ein Drittel auf 160 Mio. Euro gesunken. Steigende Lagerkosten und Rabattgewährungen belasteten die Bilanz. Mit der Einleitung eines europäischen Restrukturierungsverfahrens im November 2024 sollten Finanzierungen von etwa 250 Mio. Euro gesichert werden. Ende November 2024 meldete die KTM AG Insolvenz an, betroffen waren auch zwei Tochtergesellschaften. Die Gesamtverbindlichkeiten beliefen sich auf rund 2,9 Mrd. Euro bei 2.500 Gläubigern.

Die Mitarbeiterzahl bei der KTM AG sank von rund 2.500 bei Insolvenzeröffnung auf etwa 2.000. Laut AK-OÖ-Präsident Andreas Stangl sind keine weiteren Kündigungen geplant.

Nächste Schritte

Mit der Annahme des Sanierungsplans steht die Finanzierung der 30-%-Quote und die Wiederaufnahme der Produktion im Fokus. Rund 600 Mio. Euro müssen dafür aufgebracht werden. Die Investorensuche dauert an. (apa/red)

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