Gabriela-Maria Straka : Gabriela Straka: ESG-Strategie als Zukunftsinvestition

Gabriela-Maria Straka erhält Innovationspreis des Jahres 2025

Das neue "NIU" Informationsportal ("Nachhaltigkeit in Unternehmen") unter der Leitung von Gabriela-Maria Straka, wurde vom MANZ zum "Innovationspreis des Jahres" ausgezeichnet.

- © MANZ

In Zeiten multipler Krisen – vom Ukraine-Konflikt über Handelsbarrieren bis hin zum Klimawandel – geraten viele Unternehmen unter Druck. 

Doch ausgerechnet in dieser angespannten Lage sieht Gabriela-Maria Straka, Nachhaltigkeitsexpertin und Unternehmensstrategin, eine Chance. Wer ESG (Environmental, Social, Governance) als Kernstrategie begreift, gewinnt nicht nur an Resilienz, sondern an Zukunftsfähigkeit

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Was ESG bringt

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN: Frau Dr. Straka, wie können Unternehmen angesichts geopolitischer Krisen und wachsender Hürden wie Zollschranken überhaupt noch von Nachhaltigkeit und ESG profitieren? 

Gabriela-Maria Straka: Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die wahre Stärke von ESG. Unternehmen, die Nachhaltigkeit nicht als Zusatz, sondern als Teil ihrer DNA verstehen, agieren robuster, flexibler und sind deutlich besser auf externe Schocks vorbereitet. 

ESG bringt Wettbewerbsvorteile, stärkt den Markenwert, erfüllt Kundenerwartungen und hilft, durch effiziente Prozesse – etwa in der Ressourcennutzung – langfristig Kosten zu senken. Es ist ein Irrtum zu glauben, Nachhaltigkeit sei ein Luxus in schwierigen Zeiten. Sie ist vielmehr ein strategischer Vorteil. 

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Warum ESG ehrlich sein muss

Dabei spielt die Kommunikation sicherlich eine entscheidende Rolle. Was müssen Unternehmen beachten, um glaubwürdig zu bleiben? 

Straka: Absolut. Kommunikation ist heute ein kritischer Erfolgsfaktor – und zwar gegenüber allen Stakeholdern: von Mitarbeitenden über Konsumentinnen und Konsumenten bis hin zu Investoren und Behörden. Intransparentes oder gar irreführendes Verhalten kann rasch als „Greenwashing“ enttarnt werden – mit entsprechenden Reputations- und Marktnachteilen. 

Deshalb müssen ESG-Maßnahmen nicht nur den regulatorischen Anforderungen entsprechen, sondern auch ehrlich, klar und nachvollziehbar kommuniziert werden. Wer Vertrauen will, muss auf Transparenz setzen. 

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KI und ESG

Ein zunehmend technisches Feld – welche Rolle wird künftig die Künstliche Intelligenz bei ESG-Themen spielen? 

Straka: Eine zentrale. KI wird zum Enabler für nachhaltige Transformation. Sie hilft nicht nur bei der Datenerhebung und -analyse, sondern auch bei der Planung, Umsetzung und Kontrolle von ESG-Maßnahmen. Unternehmen stehen heute unter wachsendem Druck, Nachhaltigkeit transparent und datengestützt zu dokumentieren – und genau hier entfaltet KI ihr Potenzial. 

Doch das bedeutet auch: Wer KI einsetzt, trägt Verantwortung. Die Nutzung muss ethisch, nachvollziehbar und transparent gestaltet sein. ESG ohne Verantwortung – das funktioniert nicht. 

Kostenfaktor ESG?

Was sagen Sie zu Stimmen, die Nachhaltigkeit noch immer vor allem als Kostenfaktor betrachten? 

Straka: Diese Sichtweise ist nicht nur überholt – sie ist gefährlich. Nachhaltigkeit ist kein Kostenfaktor, sondern Innovationsmotor. Viele der bahnbrechenden Entwicklungen – ob in der Kreislaufwirtschaft, in neuen Mobilitätskonzepten oder in der Energieeffizienz – entstehen gerade durch den Druck, nachhaltiger zu wirtschaften. 

Unternehmen, die heute bei Nachhaltigkeit sparen, sparen an ihrer Innovationskraft und letztlich an ihrer Zukunft. In einer Zeit globaler Umbrüche ist nachhaltige Innovation keine Kür mehr, sondern Überlebensstrategie. 

Hier geht es zu unserem Round Table of Experts zu Nachhaltigkeit im Unternehmen: Ist Klimaschutz für Österreich rentabel?

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