Lenzing Heiligenkreuz : Lenzing verkauft Heiligenkreuz Werk: Über 300 Jobs in der Schwebe

außenansicht auf das Lyocell-werk von lenzing in heiligenkreuz, burgenland
© Lenzing AG/Josef Günter Hirtenfelder

Die Lenzing AG gliedert ihren Standort in Heiligenkreuz aus dem Konzern aus. Die dortige Lyocell-Produktion soll eingestellt, das Werk verkauft werden.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bezieht dazu Stellung: „Das Land wird den Standort und die Mitarbeiter des Lenzing-Werks in Heiligenkreuz mit Sicherheit nicht im Stich lassen.“

Laut Doskozil handelt es sich um eine für das Südburgenland schmerzhafte Entscheidung der Verantwortlichen. Der Schritt beruhe auf einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns und lasse sich politisch nicht beeinflussen. Dennoch will das Land der Region und den betroffenen ArbeitnehmerInnen eine verlässliche, positive Perspektive bieten.

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Lyocell Lenzing: Produktion bis Jahresende zugesagt

Laut dem Landeshauptmann soll die Produktion jedenfalls bis Jahresende gesichert sein und möglicherweise darüber hinaus fortlaufen, "sofern es für einen geordneten Übergang und eine Fortführung in neuer Konstellation hilfreich ist".  Hier beruft sich Doskozil auf ein "ausführliches Gespräch" mit Lenzing-CEO Georg Kasperkovitz. 

Diesen Zeitraum wolle die burgenländische Regierung nutzen, um an einer nachhaltigen Zukunftslösung zu arbeiten.

Lenzing Heiligenkreuz: So lief es bisher

Laut eigenen Angaben produziert Lenzing Heiligenkreuz jährlich über 80.000 Tonnen Lyocellfasern im seit 1997 bestehenden Werk. Im Mai 2022 erreichte die Anlage als erste der Welt die Produktionsmenge von 1.000.000 Tonnen Fasern.

Die Anlage besteht aus drei Produktionslinien und zwei Kraftwerken. 2023 wurde ein Biomassekraftwerk übernommen, um der CO2-neutralen Produktion näher zu kommen.

Lenzing Werk Heiligenkreuz: Neue Produktlinie und Bilanz

In den vergangenen Monaten hat der Lenzing-Konzern in Heiligenkreuz eine neue, aussichtsreiche Produktlinie aufgebaut und zusätzlich massiv in ein Heizkraftwerk investiert. 

Trotz Corona-Pandemie und Energiekrise fällt die langfristige Prognose der Geschäftsführung vor Ort positiv aus, die Auslastung gilt als gut. Operatives Ergebnis und Free Cashflow des Werks drehten dank eingeleiteter Maßnahmen von zweistelligen Minusbeträgen in den Vorjahren im ersten Halbjahr 2026 ins Plus. 

Der Standort zählt rund 350 MitarbeiterInnen und 25 Auszubildende in sieben Fachrichtungen.

„Wir werden gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, um den Standort zu erhalten und abzusichern. Dabei arbeiten wir eng mit dem derzeitigen Management vor Ort rund um Geschäftsführer Bernd Zauner und anderen Experten zusammen. Ziel ist eine Zukunftslösung mit Bestand – so wie uns das bei Sanochemia in Neufeld oder anderen Unternehmen direkt in der Region Jennersdorf auch gelungen ist", so Doskozil.

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