Lkw Maut Österreich : Mauterhöhung Österreich: Regierung lenkt nach Frächter-Protest ein

Wolfgang Böhm (WK Wien), Markus Fischer, Fachverbands- und NÖ Fachgruppenobmann des Güterbeförderungsgewerbes, Michael Zimmermann (WK Vorarlberg), Maximilian Gruber (WK Salzburg), Roman Eder (WK Burgenland) und Bruno Urschitz (WK Kärnten) beim LKW-Protest am 10. September in Wien, Transparente in die Höhe haltend.

Wolfgang Böhm (WK Wien), Markus Fischer, Fachverbands- und NÖ Fachgruppenobmann des Güterbeförderungsgewerbes, Michael Zimmermann (WK Vorarlberg), Maximilian Gruber (WK Salzburg), Roman Eder (WK Burgenland) und Bruno Urschitz (WK Kärnten) beim LKW-Protest am 10. September in Wien.

- © WKNÖ

Die österreichische Bundesregierung hat nach intensiven Verhandlungen eine Einigung zur Mauterhöhung erzielt. Der am 10. September beschlossene Kompromiss entlastet die Transportbranche deutlich gegenüber den ursprünglich geplanten Maßnahmen. 

Für Autofahrer bleibt die Lkw Maut Österreich ohne direkte Auswirkungen – die Vignette wird lediglich der üblichen Teuerung angepasst.

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Niederösterreichs Transportbranche reagiert

Die Transportwirtschaft schlägt jedoch vielerorts Alarm. Eine weitere Erhöhung der Lkw-Maut im Jahr 2026 würde jeden Haushalt mit schätzungsweise 35 Euro zusätzlich belasten. In manchen Fällen würde es zu Arbeitsplatzverlusten in der Branche führen. 

„Die Regierung hat als Ziel die Inflationsbekämpfung ausgerufen, die Lkw-Maut wurde in den letzten zwei Jahren um satte 21 % erhöht, eine weitere Erhöhung um rund zehn bis dreizehn Prozent ist ein echter Inflationshammer – und ist das Gegenteil von dem, was die Regierung angeblich erreichen will“, so Markus Fischer, Fachverbandsobmann (WKÖ) und Fachgruppenobmann (WKNÖ) für das Güterbeförderungsgewerbe.

„Die Transportbranche hält alles am Laufen. Ohne unsere Transporteure gäbe es leere Supermärkte, keinen Treibstoff an den Tankstellen, keine Medikamente in den Spitälern und Apotheken und noch vieles weitere würde einfach fehlen. In einer bereits angespannten Situation wie jetzt sie noch zusätzlich durch Mauterhöhungen zu belasten, gefährdet den gesamtösterreichischen Wirtschaftsstandort,“ sagt Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

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Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr, beziffert die Kostenbelastung der Frächter in den vergangenen drei Jahren auf 27,5 Prozent.
Diese Steigerung umfasse fahrzeugbezogene Ausgaben, Lohnkosten, Finanzierung und Verwaltung. 

Besonders staatliche Abgaben würden die Belastung in die Höhe treiben: Für einen 40-Tonnen-Sattelzug im Fernverkehr gehen laut Klacska heuer durchschnittlich 80.680 Euro an den Staat. 2026 könnten es bereits 91.930 Euro werden. 2022 waren es nur 63.130 Euro.

Zahlen und Fakten zur Maut (laut WKNÖ)

 

  • Österreich hat die höchsten Lkw- und Bus-Mauttarife in der EU
  • 85 Prozent der transportierten Güter haben Ziel oder Ursprung im Inland
  • Die Umsatzrentabilität der Branche liegt bei zwei Prozent
  • Mautkosten übersteigen bei Fahrten wie Wien–Salzburg die Personalkosten um rund 65 Prozent
  • Ein Beispiel-Lkw, der etwa 50 Prozent seiner Fahrleistung auf mautpflichtigen Straßen erbringt, zahlt derzeit (vor Mauterhöhung) rund 40.000 Euro jährlich

Forderungen der WKNÖ

 

  • Einfrieren der Mauttarife auf dem Niveau von 2025
  • Senkung der Infrastrukturgebühren
  • Umschichtung und Neuberechnung der Kurzzeit-Vignettenpreise, die im EU-Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt liegen

Lkw Maut Änderungen: Umweltkosten ja, Infrastrukturzuschlag nein

Befürworter wiederum sagen, dass die Lkw-Maut-Änderungen die Transportwirtschaft weniger hart treffen als befürchtet. Frächter müssen ab 2026 zwar Umweltkosten in ihre Kalkulation einbeziehen, der ursprünglich geplante Infrastrukturzuschlag entfällt jedoch vollständig. 

Detaillierte Tarife sollen zeitnah veröffentlicht werden.


"Damit werden die Kostenwahrheit im Straßenverkehr verbessert, ökologische Lenkungseffekte verstärkt und die Finanzierung der Straßeninfrastruktur langfristig gesichert. Gleichzeitig erhält die Transportwirtschaft mehr Planungssicherheit beim Umstieg auf E-Lkw", heißt es aus dem Verkehrsministerium.

Frächterprotest Wien zeigt Wirkung

Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) betonte die Bedeutung der erzielten Vereinbarung: "Die Einigung bietet nicht nur eine klare Zukunftsperspektive für die Branche, sondern bringt auch einen wichtigen Lenkungseffekt im Sinne der Reduktion der CO2-Emissionen. Aus meiner Sicht wäre angesichts der guten Gesprächsbasis und der konstruktiven Verhandlungen auch schon vor der heutigen Lkw-Blockade in Wien eine Einigung möglich gewesen."


Der Frächterprotest in Wien hatte am Vormittag des 10. Septembers für Aufsehen gesorgt. Ein Konvoi aus mehr als 60 Lastwagen fuhr hupend vor das Verkehrsministerium im dritten Wiener Gemeindebezirk. Die Demonstrierenden warnten vor steigenden Verbraucherpreisen durch höhere Transportkosten.

Die Protestfahrt habe Wirkung gezeigt", kommentierte Markus Fischer. Dennoch fordert die Branche weitere Entlastungen, etwa die Abschaffung der Nacht-60er-Regelung.

„Gerade in einem Transitland wie Tirol ist es absolut unverständlich,
wenn über eine Verteuerung der Vignette für alle Autofahrer:innen diskutiert wird, während gleichzeitig ein vernünftiger Vorschlag zur Erhöhung der Lkw-Maut auf der Strecke zu bleiben droht“, kritisierte AK Tirol-Präsident Erwin Zangerl den Protest im Vorfeld. 

„Wer den Güterverkehr auf der Straße nicht in die Pflicht nimmt, nimmt auch in Kauf, dass die Gesundheit der Tiroler:innen leidet“, so Zangerl.

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Auf der Strecke Kufstein-Brenner etwa würde die Mauterhöhung 5 Euro ausmachen. Damit würden die vom Straßengüterverkehr verursachten externen Kosten – etwa durch Lärm, Luftschadstoffe und CO₂-Emissionen – eingepreist.

Die AK Tirol sieht darin eine Chance auf Kostenwahrheit im Verkehr: Wer Belastungen verursacht, solle auch für deren Folgekosten aufkommen. Das liege auch in den Möglichkeiten, die das EU-Recht bietet. Österreich schöpfe ohnehin sein volles Potential bei der Lkw-Maut nicht aus, so Zangerl. 

(LB/APA)

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