Familienunternehmen Österreich : 7 österreichische Familienunternehmen gehören zu den stärksten der Welt

Sechs Arbeitskolleginnen und -kollegen, davon alle jung bis auf einen älteren Mann in der Mitte, haben die Arme umeinander gelegt und lächeln den Betrachter an.

Familienunternehmen sollen eine besondere Fähigkeit haben: sich an Marktveränderungen anzupassen und dabei wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.

- © Adobe Stock / Lumos sp

Familienunternehmen spielen eine zentrale Rolle in der Weltwirtschaft. Laut dem EY Global 500 Family Business Index 2025 steigerten die 500 größten familiengeführten Unternehmen ihren Umsatz um zehn Prozent auf 8,8 Billionen US-Dollar. Sie beschäftigen 25,1 Millionen Menschen in 43 Ländern.

So würden sie als eigenständige Wirtschaftsnation weltweit den dritten Platz hinter den USA und China einnehmen.  

„Familienunternehmen haben eine außergewöhnliche Fähigkeit, sich an Marktveränderungen anzupassen und dabei wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben“, erklärt Erich Lehner, Partner und Verantwortlicher für den Bereich Family Business bei EY Österreich. Strategische Übernahmen und vielseitige Kapitalquellen ermöglichen es diesen Unternehmen, auch in unsicheren Zeiten zu wachsen.  

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Die Porr Group ist eines der umsatzstärksten österreichischen Familienunternehmen.

- © Felix Geringswald

Österreichs stärkste Familienunternehmen

Im aktuellen Ranking sind sieben österreichische Familienunternehmen vertreten – zwei mehr als im Jahr 2023. Diese Unternehmen erwirtschaften gemeinsam einen Umsatz von über 53 Milliarden US-Dollar (+9 %) und beschäftigen mehr als 212.000 Menschen (+23,65 %).  

Die umsatzstärksten österreichischen Familienunternehmen im Index sind:

  • Spar Holding AG (Headquarters in Salzburg)
  • Benteler International AG (Headquarters in Salzburg)
  • XXXLutz Group (Headquarters in Wels)
  • Porr Group (Headquarters in Wien)
  • Alpla Group (Headquarters in Vorarlberg)
  • Mayr-Melnhof Karton AG (Headquarters in Wien)
  • Fritz Egger GmbH & Co. OG. (Headquarters in Vorarlberg)

Diese Unternehmen zeigen, dass Familienbetriebe nicht nur wirtschaftliche Stabilität bieten, sondern auch langfristige Werte und Traditionen verkörpern.  

Durchschnittlich sind die österreichischen Familienunternehmen im Ranking 94 Jahre alt. „Erfolgreiche Familienbetriebe setzen auf Beständigkeit und nachhaltige Strategien“, betont Lehner. „Diese langfristige Perspektive macht sie zu einem unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor für Österreich.“  

  • Portraitbild von Erich Lehner, Partner und Verantwortlicher für den Bereich Family Business bei EY Österreich
    „Erfolgreiche Familienbetriebe setzen auf Beständigkeit und nachhaltige Strategien.“

    Erich Lehner, Partner und Verantwortlicher für den Bereich Family Business bei EY Österreich

Standortnachteile bremsen Wachstum heimischer Unternehmen

Trotz dieser Erfolge gibt es Herausforderungen: Eine aktuelle Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt, dass Österreich als Standort für Familienunternehmen an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Im internationalen Vergleich der 21 wichtigsten Industriestaaten ist das Land auf Platz 12 abgerutscht – im Jahr 2010 lag Österreich noch auf Rang 8.  

Drei zentrale Herausforderungen beeinträchtigen das Geschäftsklima:

  1. Bürokratie: Österreich fiel im Bereich Regulierung auf Platz 15 zurück. Unternehmensgründungen dauern hier durchschnittlich 21 Tage, während es in Frankreich nur vier Tage sind.  
  2. Arbeitsmarkt: In der Kategorie „Arbeitskosten, Produktivität und Verfügbarkeit von Arbeitskräften“ liegt Österreich nur noch auf Platz 17.  
  3. Energieversorgung: Österreich bildet in diesem Bereich sogar das Schlusslicht des Rankings. Hohe Energiekosten und Unsicherheiten bei der Versorgung stellen wachsende Risiken für Unternehmen dar. 

Reformen gefordert: Wie Österreich aufholen kann

„Familienunternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Sie machen 34 Prozent aller Unternehmen in Österreich aus und beschäftigen rund 2,2 Millionen Menschen“, erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, fordert er gezielte Reformen: Bürokratieabbau, eine Arbeitsmarktreform und mehr Sicherheit in der Energieversorgung.  

Internationale Beispiele zeigen, dass Verbesserungen möglich sind: Dänemark und Schweden belegen die Spitzenplätze des Rankings, nachdem sie gezielt an ihren Standortfaktoren gearbeitet haben.  

Fazit: Österreichs Familienunternehmen brauchen bessere Rahmenbedingungen

 Österreichs Familienunternehmen beweisen wirtschaftliche Stärke und sind global erfolgreich. Doch um diesen Erfolg langfristig zu sichern, sind politische Maßnahmen erforderlich, um Bürokratiehürden abzubauen, den Arbeitsmarkt zu reformieren und die Energieversorgung zu stabilisieren. 

Andernfalls könnte der Wirtschaftsstandort weiter an Attraktivität verlieren. (apa/red)

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