A9-Ausbau : Österreich Infrastruktur: Welche Projekte wurden gekippt?

Luftaufnahme der Pyhrn Autobahn A9 in Österreich mit vielen Autos.

Der Ausbau der A9 südlich von Graz war auch im steirischen Wahlkampf ein heißes Thema.

- © Harry Schiffer Photodesign

Ende 2020 kündigte Klimaministerin Leonore Gewessler an, Infrastrukturprojekte in Österreich einem „Klimacheck“ zu unterziehen. 

Die Ergebnisse dieser Evaluierung wurden ein gutes Jahr später präsentiert und sorgten für große Aufregung. Denn einige Projekte wurden nicht mehr weiterverfolgt. Es wurden Alternativen gesucht oder diese in kleinerem Umfang realisiert.

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Der weitere Ausbau der S36 soll 2029 starten und binnen fünf Jahren abgeschlossen sein. Die Kosten werden mit 650 Millionen Euro beziffert.

Zankapfel A9-Ausbau

Eines dieser betroffenen Projekte ist der dreispurige Ausbau der A9 zwischen Wildon und Graz. Laut einer Erhebung der Asfinag passieren bis zu 70.000 Fahrzeuge täglich die zweispurige A9 bei Schachenwald. Bis 2035 wird eine Steigerung auf bis zu 92.000 Fahrzeuge erwartet. 

Nachdem das Klimaministerium Alternativen zum Ausbau prüfen möchte, wurde vom Land Steiermark bei der TU Graz eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit dem Verkehrsgeschehen im Süden von Graz beschäftigt. 

Diese Studie kam zum Schluss, dass die A9 einen Auslastungsgrad von 103 Prozent hat, der bis 2040 auf 108 Prozent steigen wird. Bestärkt durch dieses Ergebnis hat sich die Landesregierung hinter dieses Projekt und dessen Umsetzung gestellt, da der Ausbau „alternativlos“ sei. 

Deshalb spielt der Ausbau der A9 auch im Landtagswahlkampf eine wichtige Rolle. So sind die Grünen und die KPÖ die einzigen, die sich dezidiert gegen eine dritte Spur aussprechen. Landeshauptmann Christopher Drexler von der ÖVP ging sogar einen Schritt weiter. Im Vorfeld der Nationalratswahl im Sommer machte er klar, seine Zustimmung für ein Koalitionsabkommen im Bund an für die Region „unverzichtbare“ Infrastrukturprojekte zu knüpfen.

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S36-Ausbau in abgespeckter Form

Dies betrifft neben dem Ausbau der A9 auch eine Haltestelle der Koralmbahn am Flughafen Graz wie auch den Ausbau der S36, der Murtal Schnellstraße. Dieser kommt jedoch nur in einer abgespeckten Form. Nachdem das acht Kilometer lange Teilstück von St. Georgen ob Judenburg bis Scheifling bereits Ende 2020 für den Verkehr freigegeben wurde, folgt nun der Bau des zwölf Kilometer langen Lückenschlusses zwischen Judenburg und St. Georgen. 

Der Bau soll 2029 starten und binnen fünf Jahren abgeschlossen sein. Die Kosten werden mit 650 Millionen Euro beziffert. Die UVP für dieses Projekt wurde von der Asfinag im Oktober eingereicht. Der ursprüngliche Plan, die S37 von St. Veit an der Glan in Kärnten bis Scheifling in der Steiermark auszubauen und mit der S36 zu verbinden, wurde jedoch verworfen. 

Nach Fertigstellung wäre so eine Verbindung aus dem Murtal bis nach Klagenfurt entstanden. Das Klimaministerium argumentierte, dass dadurch eine neue Transitroute geschaffen worden wäre, die mehr Verkehr anlockt und Umwelt wie Anrainer belastet. So fließt der Verkehr in diesem Bereich weiter über die B 317 und auf der S 37 erfolgt nur ein Ausbau zwischen St. Veit Nord bis Süd aus Sicherheitsgründen.   

Laut einer Erhebung der ASFINAG passieren bis zu 70.000 Fahrzeuge täglich die zweispurige A9 bei Schachenwald. Bis 2035 sollen es bis zu 92.000 Fahrzeuge sein.

Keine Gütertrasse

Doch nicht nur Straßenbauprojekte, auch Bahninfrastruktur war betroffen. Das Land Kärnten kämpfte über Jahre für eine eigene Bahntrasse für den Güterverkehr durch den Kärntner Zentralraum. Dies wurde vor allem im Zuge des Ausbaus des Güterterminals Villach Süd in Fürnitz und der baldigen Eröffnung der Koralmbahn thematisiert. 

Nachdem der Entwurf des Klimaministeriums für das sogenannte Zielnetz 2040 diese Trasse nach einer Kostennutzenprüfung nicht weiter beinhaltet hat, kam im November 2024 auch ein Nein der ÖBB für eine neue Güterstrecke bis 2040. Ob es auch mit einer neuen Regierung dabei bleibt, wird sich zeigen.