Georg Bucher Sparkasse : Georg Bucher, Vorstand Steiermärkische Sparkasse, exklusiv zu Südosteuropa & Digitalisierung
Georg Bucher ist seit 1. Juni 2025 Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse.
- © Werner KrugZum 200-jährigen Bestehen der Steiermärkischen Sparkasse übernimmt Georg Bucher die Leitung des traditionsreichen Instituts. Für ihn ist das Jubiläumsjahr ein bedeutender Moment.
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„Es ist für mich eine große Ehre und Verantwortung, gerade in diesem Jubiläumsjahr an der Spitze dieses traditionsreichen Hauses zu stehen“, sagt Bucher im Gespräch mit Wirtschaftsnachrichten-Chefredakteur Stefan Rothbart.
Die Idee, Menschen mit geringen Mitteln den Vermögensaufbau zu ermöglichen, ist heute aktueller denn je. Die Sparkasse sei von Beginn an mehr als nur ein Finanzinstitut gewesen, betont Bucher. Der gesellschaftliche Auftrag bleibt bestehen – wenn auch in neuer Form.
„Nach der körperlichen Gesundheit ist das Thema Finanzen für viele der nächste wichtige Lebensbereich, in dem Sicherheit und Orientierung gebraucht werden.“ Mit der Initiative Financial Health soll diese Verantwortung konkret umgesetzt werden.
Mit 2. Juni 2025 hat das neu zusammengesetzte Vorstandsteam der Steiermärkischen Sparkasse seine Tätigkeit aufgenommen. Seither steht Georg Bucher dem Führungsgremium als Vorstandsvorsitzender vor. Er folgt auf Gerhard Fabisch.
„Wir stehen am Beginn eines neuen Kapitels. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die meine neue Funktion mit sich bringt – und sehe zugleich die Chancen, die in diesem neuen Kapitel liegen”, sagt Bucher.
Dem Führungsteam gehören weiterhin Oliver Kröpfl und Walburga Seidl an, die bereits Erfahrung in der Vorstandsarbeit der Sparkasse mitbringen.
Neu in das Gremium berufen ist Sigmund Loibner. Er übernimmt die Verantwortung für die Fachbereiche Strategisches und Operatives Risikomanagement, Workout Management sowie Compliance & Recht.
Die Steiermärkische Sparkasse hatte im Geschäftsjahr 2024 ein Konzernbetriebsergebnis von 619 Mio. Euro (2023: 487 Mio. Euro). Das Periodenergebnis nach Steuern kam auf 460 Mio. Euro (2023: 459 Mio.).
Vorsorge und Orientierung in unsicheren Zeiten
Vergleiche mit der Zeit um 1825 seien zwar nur mit Demut möglich, doch das Gefühl von Unsicherheit sei vergleichbar.
„Ob es um die Pensionsvorsorge geht, um das Sparen für Kinder oder Enkel – das Bedürfnis nach Orientierung und nachhaltiger Planung ist groß.“
Besonders der Dreiklang aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge steht im Fokus.
"In unsicheren Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, suchen viele Menschen nach Stabilität – genau das verkörpert unsere Bank seit 200 Jahren."Georg Bucher
Chancen durch Südosteuropa und Infrastruktur
Ein zentraler strategischer Pfeiler bleibt Südosteuropa. Bereits seit 1997 ist die Sparkasse in der Region aktiv.
„Gemeinsam mit der Erste Bank betreuen wir in SEE 2,4 Millionen Kunden und finanzieren aktuell ein Kreditvolumen von rund 15 Milliarden Euro“, so Bucher. Südosteuropa sei ein „strategischer Kernmarkt“, aus dem rund 40 % des Jahresüberschusses stammen.
Auch infrastrukturelle Entwicklungen stärken die Perspektiven. Der neue Semmering-Basistunnel werde die Anbindung an den Süden Europas verbessern. Mehr als 400 steirische Unternehmen sind in Südosteuropa aktiv, so Bucher Die Sparkasse versteht sich als aktiver Partner in dieser wirtschaftlichen Verbindung.
Finanzbildung: Financial Life Park in Graz
Ein weiteres zentrales Thema ist die Förderung finanzieller Bildung.
„Wir müssen als Sparringpartnerin für unsere Kundinnen und Kunden agieren – nicht nur Produkte anbieten, sondern sie auch auf ihrem Lebensweg begleiten“, sagt Bucher.
Mit dem neuen Financial Life Park im Joanneum in Graz wird Kindern und Jugendlichen der Zugang zu Finanzthemen erleichtert – spielerisch und interaktiv.
Strategische Ziele, Altersvorsorge, Eigentümerstruktur
In seiner neuen Rolle als Vorstandsvorsitzender setzt Bucher klare Ziele. Die Sparkasse soll in allen Produktgruppen – vom Mittelstand bis zum Kommerzkunden – zur Nummer eins in der Steiermark werden.
Dies erfordere sowohl eine starke persönliche Beratung als auch intelligente Digitalisierung. „Wir investieren massiv in digitale Infrastruktur, ohne unser Filialnetz aufzugeben.“
Neben dem heimischen Markt liegt ein weiterer Fokus auf internationalen Geschäftsfeldern – vor allem im Bereich Exportfinanzierung.
Besonders im Wertpapiergeschäft werde auf Altersvorsorge gesetzt. „Fonds-Sparpläne sind ideale Instrumente für langfristigen Vermögensaufbau – gerade für junge Menschen.“
Abschließend zeigt sich Bucher optimistisch: „Unsere Eigentümerstruktur – die Steiermärkische Verwaltungssparkasse, Erste Bank und Mitarbeiter – gibt uns Stabilität und Innovationskraft zugleich.“
Die Bank betreut derzeit rund 2,9 Millionen Kund:innen in der Steiermark, Wien und Südosteuropa. Die geografische und kulturelle Vielfalt sei eine ihrer größten Stärken.
Das gesamte Interview können Sie in der Juli-Ausgabe der WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN nachlesen.
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