KI in der Landwirtschaft : AVL: Autonome Traktoren erobern 2026 Österreichs Felder
Das 15.000 Quadratmeter große AVL-Zentrum in Steyr ist auf die Entwicklung von Antriebs- sowie Testlösungen für den Nutzfahrzeugsektor ausgerichtet.
- © AVLFahrerlose Traktoren: Selbstständig verlässt der Traktor die Halle, steuert aufs Feld und beginnt dort seine Arbeit.
Was futuristisch klingt, setzt AVL am Standort Steyr bereits in die Praxis um. Das Grazer Technologieunternehmen arbeitet an einem System, das Landmaschinen zu autonomen Fahrzeugen macht.
Warum diese Innovation aus dem Hause AVL nicht überrascht.
„Wir wollen eine Lösung bieten, die sich rasch integrieren lässt, sicher ist und sich für reale Anwendungen eignet – vom Weinbau bis zur Obsternte", erklärt Sandro Perla-Steinhuber, Software-Funktionsentwickler bei AVL.
Die Technologie zeichnet sich durch ihre Flexibilität aus: Sie funktioniert mit verschiedensten Hardware-Komponenten und lässt sich sowohl in neue als auch in bereits im Einsatz befindliche Maschinen einbauen.
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„Wir wollen eine Lösung bieten, die sich rasch integrieren lässt, sicher ist und sich für reale Anwendungen eignet – vom Weinbau bis zur Obsternte.“Sandro Perla-Steinhuber, Software-Funktionsentwickler bei AVL
Flexibles System für verschiedene Traktortypen
Das Konzept von AVL integriert Lenkung, Bremsen, Sensoren, Steuereinheiten, Benutzeroberflächen und Satellitenkommunikation so, dass sie in unterschiedliche Traktormodelle passen.
Als Add-on konzipiert, ermöglicht die Lösung es, die fahrerlose Funktion bei Bedarf zu aktivieren. Der manuelle Betrieb bleibt jedoch jederzeit möglich. Der Traktor kann also weiterhin klassisch gesteuert werden.
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„Wir entwickeln bewusst keine Insellösung. Unsere Lösung funktioniert auch ohne Satellitensignal."Konstantin Mautner-Lassnig, Gründer und Geschäftsführer von ARTI
Steirisches Start-up liefert KI-basierte Navigation
Für die technische Orientierung der selbstfahrenden Traktoren zeichnet ARTI verantwortlich, ein Unternehmen aus Gössendorf, das auf KI-gestützte Robotik spezialisiert ist. AVL wurde durch das hausinterne Start-up-Programm Creator's Expedition auf ARTI aufmerksam.
„Unser Ziel ist es, technologiegetriebene Jungunternehmen mit hoher Umsetzungskraft frühzeitig ins Netzwerk der AVL zu holen – im Idealfall ergibt sich daraus eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Genau das war bei ARTI der Fall", erklärt AVL-Projektmanager Kevin Grebien.
ARTI steuert nun wesentliche Technologiebausteine für die autonome Navigation bei.
GPS-unabhängige Lösung für intelligente Fahrzeugsysteme
„Wir steuern – etwas vereinfacht – eine Software bei, die mithilfe verschiedener Sensoren erkennt, wo sich der Traktor befindet und wohin er fahren soll – auch dann, wenn das GPS ausfällt", erklärt ARTI-Geschäftsführer Konstantin Mautner-Lassnig.
Die Lösung arbeitet bewusst plattformübergreifend und funktioniert auch ohne Satellitensignal. Die Integration in verschiedenste Fahrzeugtypen ist möglich.
Die Sicherheit steht bei diesem Projekt im Mittelpunkt.
„Traktoren bewegen sich zwar langsam, können aber durch ihr hohes Gewicht noch größere Schäden als Autos verursachen. Deshalb wurde das gesamte Safety-Konzept von Grund auf neu gedacht – inklusive Risikoanalyse und Validierung", so Mautner-Lassnig.
Im Offroad-Bereich gelten andere Voraussetzungen als auf der Straße, weshalb besondere Anforderungen zu erfüllen sind. Hier bringt AVL seine Erfahrung aus dem Automobilsektor ein.
„Gerade im Offroad-Bereich gelten andere Regeln. Da braucht es robuste Systeme und klare Prozesse", so Perla-Steinhuber.
Tests mit fahrerlosen Landmaschinen laufen erfolgreich
Nach erfolgreichen Versuchen auf der 4.000 Quadratmeter großen Testfläche von AVL in Steyr fahren die Prototypen mittlerweile auch auf echten Feldern. Der elektrisch angetriebene Traktor bewegt sich komplett autonom – mit angehängten Geräten wie Pflügen und Mähwerken unter realen Bedingungen. Die KI-gesteuerten Traktoren müssen verschiedenste Situationen meistern können.
„Dabei geht es nicht nur um das reine Fahren von A nach B – sondern um komplexe Szenarien mit wechselnden Umgebungen, niedrigen Geschwindigkeiten und der Zusammenarbeit mit Menschen", so Perla-Steinhuber.
Markteinführung der autonomen Agrarfahrzeuge 2026
2026 soll die Lösung für verschiedene Traktortypen in Serie verfügbar sein.
Zur Zielgruppe gehören sowohl Hersteller von Landmaschinen als auch Betriebe, die ihre bestehenden Fahrzeuge nachrüsten möchten. Die selbststeuernden Landmaschinen könnten dann in der Smart Farming Österreich-Landschaft eine wichtige Rolle spielen.
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