ams Osram News : ams OSRAM 2025: Welche Fabrik die Investoren am meisten interessiert

Wafer-Produktion im Clean Room
- © ams OSRAMFür ams Osram war 2024 ein Jahr mit vielen Herausforderungen, aber auch bedeutenden Fortschritten. Trotz einer schwachen globalen Konjunktur ist der Halbleiterhersteller mit Sitz in der Steiermark mit dem strategischen Effizienzprogramm ‚Re-establish the Base‘ vorangekommen.
"Wir mussten harte Entscheidungen treffen und haben uns – wie versprochen – von weniger profitablen oder nicht mehr zum Halbleiter-Kerngeschäft gehörenden Einheiten getrennt", erklärt CEO Aldo Kamper. Der Verkauf des Produktbereichs für passive optische Komponenten sowie weitere Restrukturierungen hätten zur Profitabilität beigetragen.
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Wachstum trotz Gegenwind
Die strukturellen Wachstumstrends im Halbleiter-Kerngeschäft sind weiterhin intakt. 2024 hat ams Osram hier mit den Zielwachstumsraten des Operating Models zugelegt. Allerdings habe die Marktschwäche das Unternehmen belastet.
"Statt Rückenwind aus der globalen Konjunktur hatten wir sogar zunehmenden Gegenwind", so Kamper.
Besonders betroffen waren hier die Automobilindustrie, die Industrieautomatisierung und die Medizintechnik. Ein Lichtblick sei das Consumer-Geschäft gewesen, das insbesondere durch neue Produkte zulegen konnte. Dennoch blieben die Umsätze im Halbleiterbereich insgesamt stabil.
Effizienzprogramm wird ausgeweitet
Angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur hat ams Osram das Effizienzprogramm ‚Re-establish the Base‘ im November 2024 ausgeweitet und bis Ende 2026 verlängert.
CFO Rainer Irle betont die positiven finanziellen Effekte: "2023 war der freie Cash Flow noch tiefrot mit EUR -350 Mio. 2024 konnten wir ihn bereits auf EUR 12 Mio. ins Plus drehen."
Ein striktes Portfoliomanagement habe zudem Investitionen erheblich reduziert, wodurch die Profitabilität gestiegen ist.
Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Unternehmen einen freien Cash Flow nach Zinszahlungen von über EUR 100 Mio. "Nur so werden wir unser Ziel erreichen, den hohen Schuldenstand zu reduzieren und finanziellen Spielraum zu schaffen", sagt Irle.
ams Osram Aktie: Kurs bleibt unter Druck
Trotz der Fortschritte spiegelt sich die Entwicklung bislang nicht in der Börsenbewertung wider.
"Nach unserer Einschätzung werden die Fortschritte bei der Fokussierung des Portfolios, der konsequenten Absenkung der Strukturkosten und der Diversifizierung der Kundenbasis vom Kapitalmarkt noch nicht angemessen gewürdigt", erklärt Aufsichtsratsvorsitzende Margarete Haase.
Besonders im Fokus der Investoren steht die Zukunft der neuen Fabrik in Kulim, die nach der Neuausrichtung der microLED-Strategie noch nicht vollständig genutzt wird.
"Wenn wir mit bestehenden und potenziellen Investoren sprechen, treffen wir auf großes Interesse daran, wie wir das Unternehmen entwickeln. Aber viele warten noch an der Seitenlinie auf den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg. So treibt viele Investoren um, was mit unserer neuesten Fabrik in Kulim passiert." – CFO Rainer Irle
- © ams OSRAMZukunft der microLED-Technologie
Die Neuausrichtung der microLED-Strategie war für ams Osram ein bedeutender Schritt.
"Wir haben unglaublich viel in diesem Projekt gelernt. Dieses Wissen wollen wir in neuen Projekten mit neuen Partnern nutzen", sagt Kamper.
Anwendungen in Bereichen wie Head-Up-Displays oder hochauflösenden Scheinwerfern seien vielversprechend. Trotz der Herausforderungen habe das Unternehmen bereits Vorauszahlungen von Kunden für Produkte erhalten, die ab 2026 ausgeliefert werden.
Innovation bleibt zentral
Die Innovationskraft von ams Osram soll trotz Kostensenkungen erhalten bleiben.
"Wir wollen mit den laufenden Effizienzmaßnahmen auf keinen Fall die Innovationskraft gefährden, sondern besser fokussieren", betont Irle. Ziel sei es, die Forschungsausgaben an das Branchenniveau anzupassen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Insgesamt zeigt sich das Management zuversichtlich. Die Fortschritte des vergangenen Jahres sollen die Basis für weiteres Wachstum legen – auch in der Steiermark, wo ams Osram mit Produktions- und Forschungsstandorten eine wichtige Rolle spielt.
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