Wirtschaftsleistung Österreich : Made in Austria: Wo die Exportwirtschaft nicht stockt

Frontansicht auf einen roten elektrischen Zug in einer großen Reparaturwerkstatt.

Österreich liegt bei den Exporten von Schienenfahrzeugen und zugehöriger Ausstattung weltweit auf dem vierten Platz hinter Deutschland, China und den USA.

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Österreich ist ein Industrieland. Ein Blick auf die Wertschöpfung zeigt, dass der Bereich Industrie im Jahr 2023 gesamt 29,3 Prozent der heimischen Bruttowertschöpfung erwirtschaftet hat. Österreich ist außerdem auch ein Autoland, wie eine Studie des Economica Instituts aus dem vergangenen Jahr zeigt. 

Der Studie zufolge generierte diese Branche 2019 rund 30 Milliarden Euro totale Wertschöpfung, was über acht Prozent der österreichischen Bruttowertschöpfung entspricht, und 354.000 Arbeitsplätze. Das Straucheln der deutschen Automobilindustrie überträgt sich auch auf Österreich

Rund ein Drittel der heimischen Exporte geht an den nördlichen Nachbarn, was zuletzt einem Wert von 58,5 Mrd oder rund zehn Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung entspricht. Prominentestes Beispiel der Unternehmen, die das aktuell schmerzlich zu spüren bekommen, ist der Stahlerzeuger voestalpine, dessen Gewinn im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent einbrach.

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Ein Techniker fotografiert bei Gegenlicht durch einen riesigen Rotor.
Dank der Mobilitätswende könnten manchen Branchen lukrative Zeiten bevorstehen. - © dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss
Der Bereich Industrie hat im Jahr 2023 29,3 Prozent der heimischen Bruttowertschöpfung erwirtschaftet.

Zukunftsbranche Mikroelektronik

Doch es gibt auch positive Nachrichten. Eine aktuelle Erfolgsgeschichte in Österreich ist der Sektor Mikroelektronik, mit den Hotspots in der Steiermark und Kärnten. So investiert beispielsweise ams Osram bis 2030 fast 600 Millionen Euro in seinen Standort in Premstätten. Obwohl auch dort bis Ende 2026 50 Mitarbeiter abgebaut werden müssen, sollen durch die Investitionen 250 neue Arbeitsplätze entstehen.

Mehr dazu hier: Ist Mikroelektronik die Zukunftsbranche Österreichs?

Europa erzeugt aktuell rund 13 Prozent aller Chips weltweit und dieser Wert soll auf 20 Prozent gesteigert werden, wozu auch der EU-Chips Act beitragen soll. Österreich soll hier in besonderem Maße profitieren, ist man doch schon jetzt einer der florierenden Mikroelektronikstandorte in Europa. 

Innerhalb der EU belegt Österreich den vierten Platz bezüglich Wertschöpfung, Beschäftigung und Patentaktivitäten in diesem Bereich, wie der Forschungs- und Technologiebericht 2024 zeigt. Zudem weist Österreich im EU-Vergleich den höchsten Anteil der Mikroelektronikproduktion an der Gesamtwertschöpfung, der Gesamtbeschäftigung und der unternehmerischen Forschung und Entwicklung auf. 

Dieser Umstand ist laut dem Bericht auch ein „Stärkefeld“, welches „das Zusammenspiel zwischen Forschung und Produktion am Standort deutlich macht“. Ein gutes Zeichen in Zeiten der Energiewende und der der KI bzw. AI, die massiv auf Mikroelektronik angewiesen sind.  

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In Europa werden aktuell rund 13 Prozent aller Chips weltweit erzeugt und dieser Wert soll auf 20 Prozent gesteigert werden.

Mobilitätswende als Chance

Ein weiteres Erfolgsbeispiel „Made in Austria“ ist die Bahnindustrie, der dank der Mobilitätswende lukrative Zeiten bevorstehen. Mit einer Gesamtwertschöpfung von rund 2,7 Mrd Euro und insgesamt 28.000 Beschäftigten ist sie ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. 

Österreich liegt bei den Exporten von Schienenfahrzeugen und zugehöriger Ausstattung weltweit auf dem vierten Platz hinter Deutschland, China und den USA. 2021 betrug Österreichs Anteil am Welthandel in diesem Bereich acht Prozent. 

Eines der erfolgreichsten Unternehmen ist der Gleisbaumaschinenhersteller Plasser & Theurer. Die Exportquote lag 2022 bei 95 Prozent bei einem Exportmarkt, der 100 Länder umfasst. Das vergangene Jahr war mit einem Verlust von 130 Mio Euro trotz voller Auftragsbücher ein schwieriges, dem Sparmaßnahmen und Personalkürzungen folgten. 

Doch heuer wurde die Investition von 60 Mio Euro in ein neues Werk in Linz angekündigt. Das Werk soll 2027 in Betrieb gehen und 80 neue Arbeitsplätze schaffen. Weltweit beschäftigt Plasser & Theurer 5.000 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.