Altair und Siemens : Mit KI zum Innovationsschub

Rückenansicht auf eine Frau an einem Schreibtisch, die am Computer an technischen 3D-Visualisierungen arbeitet.

Altair® physicsAI™ liefert schnelle physikalische Vorhersagen, indem es aus vorhandenen Daten lernt, über die Einschränkungen parametrischer Studien hinaus.

- © Altair, fizkes/Shutterstock

Die moderne Produktentwicklung steht unter massivem Druck. Globaler Wettbewerb, steigende Kosten und extrem enge Zeitvorgaben machen es Unternehmen zunehmend schwer, innovative und gleichzeitig nachhaltige Produkte schnell und effizient auf den Markt zu bringen. Doch eine technologische Entwicklung sorgt derzeit für frischen Wind in den Konstruktionsbüros und Simulationsabteilungen der Welt: KI-gestütztes Engineering – konkret in Form von Altair PhysicsAI™, einer bahnbrechenden Lösung aus dem Hause Altair. Doch Altair ist mehr als nur Technologie. Hinter der Innovationskraft stehen Menschen, die mit Leidenschaft, Talent und Neugier forschen und entwickeln. Mit ihrer Expertise und ihrer einzigartigen Unternehmenskultur haben sie nicht nur PhysicsAI möglich gemacht, sondern sind auch ein wesentlicher Bestandteil eines richtungsweisenden Ereignisses in der Industrie: Altair wurde kürzlich von Siemens übernommen – ein Schritt, der die Weichen für eine neue Ära in der industriellen Softwareentwicklung stellt.

PhysicsAI: Wenn KI die Simulation revolutioniert

Im Engineering zählt heute jede Minute – besonders in der Konzeptphase. Konstrukteure stehen vor der Herausforderung, in kürzester Zeit eine Vielzahl an Varianten zu analysieren und zu bewerten. Klassische Simulationsverfahren stoßen hier schnell an ihre Grenzen: sie sind rechenintensiv, zeitaufwändig und erfordern iterative Prozesse. PhysicsAI, verfügbar über die Design- und Simulationsplattform Altair® HyperWorks®, geht einen neuen Weg. Die Lösung basiert auf der noch wenig verbreiteten, aber äußerst leistungsfähigen Technologie des Geometric Deep Learning – einer fortschrittlichen Form des maschinellen Lernens, die den Zusammenhang zwischen Geometrien und physikalischen Effekten versteht. 

PhysicsAI lernt aus bestehenden Simulationen, auch aus älteren Datenbeständen und verschiedenen Softwareplattformen, und liefert präzise physikalische Vorhersagen – und das bis zu 1000-mal schneller als herkömmliche Solver. Der Nutzen ist enorm: Konstruktionsvarianten lassen sich blitzschnell bewerten, neue Designs frühzeitig auf physikalisches Verhalten überprüfen, und Entscheidungsprozesse drastisch beschleunigen. Dadurch können Unternehmen wesentlich mehr Konzepte testen, fundiertere Entscheidungen treffen – und mit deutlich höherer Effizienz entwickeln.

KI und Simulation in der Produktentwicklung
– Anwendungsfelder, Eingangsgröße(n), verwendete
Methoden, zu erwartende Ergebnisse
& Nutzen.
KI und Simulation in der Produktentwicklung – Anwendungsfelder, Eingangsgröße(n), verwendete Methoden, zu erwartende Ergebnisse & Nutzen. - © Altair

Altair und Siemens: eine strategische Akquisition

Dass Siemens bei dieser Innovationskraft nicht zögerte, überrascht nicht. Für rund 10 Milliarden US-Dollar übernahm der deutsche Technologiekonzern Altair Engineering Inc. – und stärkt damit seine Führungsposition im Bereich Simulation, High-Performance-Computing (HPC), Datenwissenschaft und industrieller Künstlicher Intelligenz (KI). Die Altair-Technologien fließen in die offene digitale Geschäftsplattform Siemens Xcelerator ein – und erweitern diese um essenzielle Fähigkeiten. Das Ziel: das weltweit umfassendste, KI-gestützte Softwareportfolio für industrielle Anwendungen aufzubauen. Besonders die Verbindung aus Simulation, KI und dem digitalen Zwilling (digital twins) macht es künftig möglich, auch hochkomplexe Produkte schneller, nachhaltiger und effizienter auf den Markt zu bringen. 

Lesen Sie hier, wie die TU Graz die digtial twins-Technik bei ihren Entwicklungen anwendet

„Wir integrieren die bahnbrechenden Innovationen von Altair in unsere Siemens Xcelerator-Plattform und schaffen damit das weltweit breiteste KI-gestützte Design-, Engineering- und Simulationsportfolio. Gemeinsam werden wir unsere Kunden unterstützen, Innovationen so schnell und in dem Umfang umzusetzen, wie es in der komplexen Welt von heute nötig ist“, sagte Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. Die Integration von Altair ist zudem Teil des Siemens-Programms „ONE Tech Company“, mit dem der Konzern gezielt seine Position als führender Anbieter industrieller Software ausbaut. Für Siemens bedeutet die Akquisition einen signifikanten Ausbau des digitalen Umsatzanteils und eine strategische Investition in zukunftsträchtige Felder wie KI, Software, Connected Hardware und Nachhaltigkeit.

Engineering neu gedacht: Was Unternehmen jetzt erwartet

Die Vorteile für Unternehmen liegen auf der Hand:

 

Beschleunigte Produktentwicklung: Durch sofortige physikalische Vorhersagen lassen sich Entwicklungszyklen massiv verkürzen.

Mehr Innovation durch Variantenvielfalt: PhysicsAI ermöglicht die parallele Bewertung zahlreicher Designoptionen – ohne Rechencluster oder Wartezeiten.

Nachhaltigkeit von Anfang an: Ressourcenschonende, emissionsarme Konzepte lassen sich früh erkennen und gezielt weiterentwickeln.

Niedrige Einstiegshürden: Dank Siemens’ bestehender Strukturen wird Hochtechnologie auch für mittelständische Unternehmen zugänglich.

Synergien aus Technik & Kultur: Altair bringt nicht nur Technologie mit, sondern auch neue Denkweisen, die Siemens nachhaltig bereichern.