IV Burgenland : Burgenlands Industrieunternehmen geht es zunehmend schlecht
Seit Herbst 2023 stagniert die Konjunktur im Burgenland auf niedrigem Niveau.
- © Christian KrammerDie Wirtschaft Burgenland ist weiterhin unter Druck. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der IV Burgenland und der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt.
Seit Herbst 2023 stagniert die Konjunktur auf niedrigem Niveau. Besonders die Einschätzung der Geschäftslage verschlechterte sich im zweiten Quartal 2025 weiter – und erreichte ein Drei-Jahres-Tief.
Hier geht es zur Konjunktur in Gesamtösterreich
Nur noch 32 Prozent der befragten Industrieunternehmen bewerten ihre derzeitige Lage als gut, gegenüber 36 Prozent im ersten Quartal. Gleichzeitig nahm die Zahl der negativen Bewertungen von 14 auf 17 Prozent zu.
Auch die Auftragslage bleibt rückläufig: Die Beurteilung der Auftragsbestände stagniert bereits seit fünf Quartalen.
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Burgenlands Industrie spürt Rückgang bei Preisen und Aufträgen
Die Auslandsaufträge zeigen zwar eine leichte Stabilisierung; dennoch geben nur 24 Prozent der Unternehmen eine gute Bewertung ab, während der Anteil der durchschnittlichen und negativen Einschätzungen gestiegen ist.
Bei den Verkaufspreisen zeigt sich ebenfalls ein negativer Trend. Kein einziges Unternehmen rechnet aktuell mit steigenden Preisen in den kommenden drei Monaten – im Vorquartal waren es noch 12 Prozent.
Leichte Entspannung beim Beschäftigtenstand erwartet
Einziger Lichtblick ist die Einschätzung der zukünftigen Beschäftigtenzahlen. Elf Prozent der befragten Unternehmen im Burgenland rechnen mit einem Personalaufbau. 83 Prozent erwarten einen stabilen Beschäftigungsstand, während sechs Prozent von einem Rückgang ausgehen.
Die Geschäftslage in sechs Monaten wird von der Mehrheit (83 Prozent) als durchschnittlich eingeschätzt. Nur acht Prozent rechnen mit einer positiven Entwicklung, neun Prozent mit einer Verschlechterung.
IV Burgenland sieht strukturelle Probleme – Standortpolitik gefordert
Aniko Benkö, Geschäftsführerin der IV Burgenland, spricht von einer „der längsten Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg“ und fordert tiefgreifende wirtschaftspolitische Maßnahmen: „Es braucht tiefgreifende Reformen, die Wirtschaften wieder einträglich und den Standort erfolgreich machen.“
Ewald Hombauer von der Wirtschaftskammer Burgenland verweist auf die wirtschaftliche Unsicherheit und ihre Auswirkungen auf Investitionen und strategische Entscheidungen. Unternehmen würden sich zurückhalten – nicht zuletzt wegen fehlender Handlungsspielräume.
Zu den geforderten Maßnahmen zählen ein Abbau von Bürokratie und steuerlichen Belastungen, eine Reform der Abgabenstruktur sowie eine stärkere Diversifizierung der Handelspartner. Laut Benkö sei es zentral, dass Leistung sich wieder lohne und der Kostendruck auf Unternehmen sinke.
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