Biogas Österreich : Biogas: kommt der Durchbruch in Österreich bald?

Durch das EGG sollen bis 2030 rund 4,3 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
- © Animaflora PicsStock - stock.ado2023 wurden in Österreich rund 76 Terrawattstunden Gas verbraucht. Den Großteil davon benötigt die Industrie. Doch auch gut 800.000 Gasheizungen in Österreich werden damit betrieben. Der Anteil an Biomethan ist dabei mit 0,14 TWh verschwindend gering.
Biomethan ist gereinigtes Biogas und chemisch mit dem fossilen Pendant identisch. Erzeugt wird es in einer der 270 Biogasanalagen im Land. Das Erneuerbare-Gase-Gesetz (EGG) sah vor, die Menge an erneuerbaren Gasen (Biogas, Holzgas und erneuerbarer Wasserstoff) bis 2030 auf 8,34 Prozent der in Österreich verkauften Gasmenge zu steigern. Die mindeste Steigerung sollte 6,5 TWh betragen.
Der ursprüngliche Entwurf sah zwar 7,5 TWh vor, jedoch übertrifft auch diese Menge das im Regierungsprogramm von Türkis-Grün formulierte Ziel von fünf TWh deutlich.
Bis 2040 soll der heimische Bedarf gänzlich aus Biogas gedeckt werden können. Das soll einerseits Österreichs Energieunabhängigkeit stärken wie auch dem Schutz des Klimas dienen, da durch das EGG bis 2030 rund 4,3 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden sollen.
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Absage an Erneuerbare-Gase-Gesetz
„Jeder Misthaufen wird jetzt zum Kraftwerk“ verkündete Klimaministerin Gewessler von den Grünen im Pressefoyer nach der Einigung im Ministerrat Ende Februar 2024. Landwirtschaftsminister Totschnig von der ÖVP lobte das EGG als „Win-Win-Situation für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz“.
Doch die Begeisterung der Regierung konnte die Opposition nicht überzeugen, dem EGG zur notwendigen 2/3-Mehrheit zu verhelfen. Ein erster Anlauf scheiterte vor der Sommerpause. Kurz vor der Wahl stand endgültig fest, dass das Gesetz keine Mehrheit finden wird.
2023 verbrauchte Österreich 76 Terrawattstunden Gas, nur 0,14 TWh waren Biomethan.
Warum wird EGG kritisiert?
Das EGG soll zum einen die Energieautarkie Österreichs beschleunigen, aber auch dem Klimaschutz dienen. Denn das Biogas, welches aus Holzresten, landwirtschaftlichen Abfällen oder auch Biomüll gewonnen wird, bindet im Entstehungsprozess gleich viel CO2, wie es bei der Verbrennung emittiert.
In erster Linie soll Biogas in jenen Bereichen eingesetzt werden, in denen Gas kaum ersetzbar ist, wie beispielsweise in der Industrie. Doch gerade aus dieser Richtung kam auch die schärfste Kritik am Grüngasgesetz. So sprach die Industriellenvereinigung von einem „Dolchstoß für den Wirtschaftsstandort“ durch das EGG.
„Der aktuelle Entwurf zum Erneuerbares-Gas-Gesetz sei inhaltlich nicht zu Ende gedacht, und führt durch die exorbitanten Mehrkosten für Gas zu einer akuten Standortgefährdung für österreichische Industriebetriebe“, so die IV.
Prognostiziert werden dabei Zusatzkosten in der Höhe von 2,5 Milliarden Euro in der durch die Rezession bereits sehr herausfordernden Zeit. Kritik kam ebenso von der Wirtschafts- wie auch der Arbeiterkammer, die dadurch „unzumutbare[n] Kosten für Haushalte und Kleingewerbe“ fürchten. Die Mehrbelastung pro Haushalt soll laut AK zwischen 160 und 260 Euro pro Jahr liegen.
2040 soll der heimische Bedarf gänzlich aus Biogas gedeckt werden können.
Zukunft von Biogas in Österreich
Für einen zügigen Gesetzesbeschluss gibt es aktuell keine Vorstöße. Die Aufgabe, dies auf den Weg zu bringen wird wohl der neuen Bundesregierung zukommen. In der Vergangenheit war Biogas im Vergleich zur fossilen Konkurrenz lange zu teuer.
Doch für die Energiewende ist Biogas ein wichtiger Baustein. Denn im Gegensatz zu Solar- oder Windkraft kann Biogas saison- und wetterunabhängig produziert und gelagert werden und lässt sich zudem klimaneutral gewinnen. Ein rechtlicher Rahmen würde zudem die so wichtige Planungssicherheit für Investitionen bieten.