Laufen Gmunden : CO2 Emissionen Industrie: Laufen Gmunden revolutioniert Sanitärkeramik Produktion
Inhalt
- Über Laufen – gut zu wissen
- Cradle to Cradle: Meilenstein für nachhaltige Keramikherstellung
- Elektrischer Tunnelofen: Technologieführerschaft bei CO2-neutraler Fertigung
- Dekarbonisierung Industrie: 50 Kilo CO2-Einsparung pro Keramikstück
- Energiewende im Produktionsbetrieb: Komplette Standort-Dekarbonisierung
Nachdem nun Waschbecken und WCs komplett ohne CO₂-Emissionen produziert werden, eröffnen sich nun Perspektiven für weitere Einsatzgebiete wie Fliesen oder technische Keramiken.
- © LAUFENDas Laufen Werk Gmunden setzt neue Maßstäbe in der industriellen Fertigung. Der oberösterreichische Standort arbeitet nun vollkommen ohne CO2 Emissionen.
Laut eigenen Angaben ist es die erste emissionsfreie Sanitärkeramik-Produktionsstätte weltweit.
Bei gleichbleibender Produktionskapazität sollen jährlich 5.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Den Grundstein für diese Transformation bildet ein innovativer elektrischer Tunnelofen, der bereits seit zwei Jahren zuverlässig im Vollbetrieb funktioniert.
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„Was wir hier in Gmunden erreicht haben, ist ein Musterbeispiel für moderne Industrieproduktion im Einklang mit Umwelt und Klima. Die Welt sowie unsere Branche befinden sich in einem starken Wandel, und wir zeigen, wie wir diesen aktiv mitgestalten können.“Christian Schäfer, Managing Director von LAUFEN Austria
Über Laufen – gut zu wissen
Laufen Austria mit Sitz in Wilhelmsburg (NÖ), Produktion in Gmunden (OÖ) und dem Laufen space in Wien (1. Bez.), ist Teil der Schweizer Laufen-Gruppe, die auf Komplettlösungen für Badezimmer spezialisiert ist. Aus der Kernkompetenz – der Herstellung von Keramik – hat sich das Know-how für das komplette Bad entwickelt.
Das 1892 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Laufen bei Basel. Die Gruppe beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter:innen in fünf Produktionsstätten (Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen) und unterhält Vertriebsbüros in 44 Ländern weltweit.
Gmunden ist laut Laufen nicht nur eine österreichische Produktionsstätte für das Unternehmen, sondern auch das Innovationszentrum innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe.
Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben das einzige in Österreich, das Sanitärkeramik erzeugt.
Lesen Sie hier über Laufen Austria auf der Energiesparmesse Wels.
Cradle to Cradle: Meilenstein für nachhaltige Keramikherstellung
2025 markierte einen bedeutsamen Wendepunkt für die emissionsfreie Produktion in Gmunden: Laufen erhielt die Cradle to Cradle Certified Circularity Bronze-Auszeichnung.
Die internationale Nachhaltigkeits-Zertifizierung bewertet verschiedene Aspekte:
- Materialgesundheit
- Materialkreisläufe
- Wasserverantwortung
- Einsatz erneuerbarer Energie
- Social Fairness
Laut Laufen kommen am Produktionsstandort ausnahmslos unbedenkliche, schadstofffreie Rohstoffe zum Einsatz. Die hergestellten Keramiken lassen sich vollständig recyceln und ermöglichen eine sortenreine Wiederverwertung im Industriekreislauf.
Beim Wassermanagement setzt Gmunden ebenfalls nachhaltige Akzente: Etwa fünfzig Prozent des aufbereiteten Prozesswassers fließen wieder in die Produktion zurück.
Besonders punktet der Standort mit seinem elektrischen Tunnelofen, der durch selbst erzeugten Photovoltaikstrom und zertifizierten Ökostrom eine komplett dekarbonisierte Fertigung realisiert.
"Die Bronze-Zertifizierung sehen wir als wichtige Bestätigung für unseren Weg, aber zugleich auch als Ansporn. Unser Ziel ist es, kontinuierlich besser zu werden und demnächst auch die Silber-Zertifizierung zu erreichen", sagt Christian Schäfer, Managing Director von Laufen Austria.
Lesen Sie hier mehr über nachhaltige Unternehmen in Gmunden.
Elektrischer Tunnelofen: Technologieführerschaft bei CO2-neutraler Fertigung
Herkömmliche Sanitärkeramik-Herstellung verbraucht traditionell viel Energie durch gasbetriebene Tunnelöfen, da Temperaturen über 1.200 Grad Celsius erforderlich sind. Zusätzlich benötigt das Trocknen der Rohstücke erhebliche thermische Energie.
2023 schlug Laufen am Standort Gmunden mit dem selbst entwickelten Elektroofen ein neues Kapitel der Keramikindustrie auf. Nachdem nun Waschbecken und WCs komplett ohne CO₂-Emissionen produziert werden, eröffnen sich nun Perspektiven für weitere Einsatzgebiete wie Fliesen oder technische Keramiken.
Die bisherige gasbasierte Brenntechnologie wurde in Gmunden durch einen zweistufigen Rückbauplan bis Ende 2024 komplett stillgelegt. Lediglich ein einzelnes Relikt verbleibt zu Anschauungszwecken im Werk.
Lesen Sie hier, mit welchem Award Laufen für den Tunnelofen ausgezeichnet wurde.
Dekarbonisierung Industrie: 50 Kilo CO2-Einsparung pro Keramikstück
"Durch unsere CO₂-emissionsfreie Produktionsstätte können pro Stück Sanitärkeramik im Schnitt 50 Kilo CO₂ gespart werden. In einem Hotel mit hundert Zimmern und Bädern – in denen jeweils ein WC und ein Waschtisch verbaut werden – können durch den Einsatz unserer Produkte aus Gmunden ganz einfach 10 Tonnen CO₂ eingespart werden", berechnet Schäfer.
Der neuartige Elektroofen arbeitet hochautomatisiert, verbraucht lediglich ein Drittel der Energie konventioneller Öfen und läuft ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Zwei eigene Trafostationen gewährleisten die Energieversorgung.
Einen wesentlichen Anteil der benötigten Energie erzeugt der Standort selbst durch eine 2 MWp-Photovoltaikanlage mit 4.910 Modulen, die auf Dachflächen der Produktionsgebäude und angrenzenden Hangflächen montiert wurde. Diese gewonnene Energie deckt den Betrieb des E-Tunnelofens vollständig ab.
"Wir haben die Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch installiert, die auf einer Gesamtfläche von rund 2 Fußballfeldern den Betrieb des E-Tunnelofens abdeckt. Zusätzlich beziehen wir zertifizierten Ökostrom aus dem Netz, womit unsere Produktion heute vollständig emissionsfrei betrieben wird", erklärt Schäfer.
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Energiewende im Produktionsbetrieb: Komplette Standort-Dekarbonisierung
Die vollständige Dekarbonisierung des gesamten oberösterreichischen Standorts ist abgeschlossen. Dafür elektrifizierte Laufen sämtliche weitere thermische Prozesse, beispielsweise die Wasseraufbereitung für den keramischen Schlicker sowie die Beheizung im Formenbau.
Ergänzend zum Elektroofen realisierte das Unternehmen in Gmunden ein umfassendes Energiekonzept mit kontinuierlicher Weiterentwicklung. Ab Anfang 2024 installierte Laufen schrittweise Wärmetauscher, wodurch seit der Inbetriebnahme insgesamt 412.000 Kilowattstunden (412 Megawattstunden) Wärmeenergie zurückgewonnen und eingespart werden konnten.
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