Standort : Zukunft gestalten in Niederösterreich
ecoplus Firmensitz: Wirtschaftszentrum Niederösterreich in St. Pölten
- © Daniel HinterramskoglerFokus auf Brachflächenrecycling
In vielen Gemeinden stehen alte Gewerbe- oder Industrieflächen leer. Diese sogenannten Brachflächen sind oft gut erschlossen, bereits gewidmet und können für neue Betriebe genutzt werden – ganz ohne neue Bodenversiegelung.
Die niederösterreichische Wirtschaftsagentur ecoplus hat in einer niederösterreichweiten Erhebung 121 solcher Standorte mit insgesamt 112 Hektar Fläche identifiziert. Zwei Drittel davon sind grundsätzlich oder mit Klärungsbedarf nutzbar – ein großes Potenzial für Unternehmen oder Start-ups auf Standortsuche.
Ein großer Vorteil: Diese Flächen sind meist schon als Betriebs- oder Industriegebiet gewidmet. Das heißt, es braucht keine neuen Umwidmungen – ein klarer Pluspunkt für alle, die rasch starten wollen. Mit dem ecoplus Standortkompass, einem Online-Tool, können Unternehmen gezielt nach freien Gewerbeflächen suchen – auch nach besonders nachhaltigen, klimafitten Standorten. Schon 20 neue Flächen aus der Erhebung sind dort gelistet und insgesamt rund 60 Standorte ohne neuen Bodenverbrauch sind aktuell online. So können Unternehmen, die besonderen Wert auf ökologische Standorte legen, diese rasch finden.
Kreislaufwirtschaft: Vom Reststoff zum Wertstoff
Der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft steht thematisch im Zentrum der ecoplus Plattform für Green Transformation & Bioökonomie. Wenn sich eine Wirtschaftsweise an der Natur orientieren soll, muss in geschlossenen Kreisläufen gedacht werden. In funktionierenden Ökosystemen bleibt nichts über – jeder „Reststoff“, den ein Lebewesen erzeugt, wird von einem anderen verwertet. Die Plattform verfolgt das Ziel, das Denken in Kreisläufen in die Breite zu tragen: zu den Betrieben, Supply-Chain-Managern, Abfall- oder Umweltbeauftragten. Nach Vorbild natürlicher Ökosysteme kann aus einem Reststoff ein Wertstoff für andere werden. Auch die kommunale Abfallsammlung stellt eine wichtige stoffliche Ressource dar. Einige Herausforderungen sind zu überwinden: Die Kosten des gesamten Lebenszyklus eines Produkts werden selten in den Marktpreis eingerechnet. Einige Zielbranchen stellen hohe Qualitätsanforderungen an ihre Zulieferer, die mit Recycling-Material nicht immer erfüllt werden können. In vielen Branchen muss das Bewusstsein für die Werthaltigkeit der „Reststoffe“ geschaffen und ein Produktdesign nach ökologischen Kriterien vorangetrieben werden.
Der Schlüssel zum Erfolg lautet hier: Kooperation! Wo es einem einzelnen Unternehmen nicht möglich ist, einem aktuellen Trend zu folgen, die Potenziale einer neuen Technologie auszuloten oder eine renommierte Forschungseinrichtung zu beauftragen, da werden die Kräfte im Netzwerk gebündelt und gemeinsam Innovationen erarbeitet. Dass Kooperationen Sinn machen, zeigen die Vorreiterbetriebe und die umgesetzten Projekte.