Digitalisierung KMU Österreich : "Sind für 50.000 KMU in Österreich relevant"

Anton Rummel, Co-Gründer von Moss

Anton Rummel: "Wir schätzen, dass es in Österreich rund 50.000 KMU gibt, für die Moss sehr relevant sein könnte."

- © Moss

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN: Herr Rummel, Moss ist neu am österreichischen Markt. Was hat Sie persönlich an diesem Markt gereizt?

ANTON RUMMEL: Wir haben Moss 2019 mit dem Ziel gegründet, kleinen und mittleren Unternehmen in Europa das Leben durch moderne, digitale Finanzprozesse zu erleichtern – und ineffiziente, manuelle Abläufe zu beseitigen. Nach unserem Start in Deutschland und der Expansion in die Niederlande sowie nach Großbritannien war für uns klar: Österreich ist der nächste logische Schritt.


Viele unserer deutschen Kunden haben auch Tochtergesellschaften in Österreich – dadurch haben wir schon vor einigen Jahren eine erste „passive“ Präsenz in Österreich aufgebaut. Im Laufe der Zeit haben wir so ein tiefes Verständnis für die lokalen Bedürfnisse entwickelt. Über Weiterempfehlungen wurden zunehmend auch österreichische Unternehmen auf uns aufmerksam und kamen aktiv auf uns zu. Das hat uns deutlich gezeigt: Es gibt eine starke Nachfrage nach Moss in Österreich.


Wie stark schätzen Sie die Nachfrage denn ein?


Rummel: Der österreichische Markt ist äußerst dynamisch, mit vielen mittelständischen Unternehmen von internationalem Format. Wir schätzen, dass es in Österreich rund 50.000 KMU gibt, für die Moss sehr relevant sein könnte.

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Gründer von Moss: Anton Rummel, Ferdinand Meyer, Ante Spittler, Stefan Haslebacher

- © Moss

Reicht Excel nicht?

Wie würden Sie Moss in einem einzigen Satz einem KMU aus dem Donauraum erklären?

Rummel: Moss ist die digitale Plattform, mit der Unternehmen ihre Ausgaben einfach steuern, Prozesse automatisieren und jederzeit den Überblick über ihre Finanzen behalten.

Viele Unternehmen sagen: „Wir haben Excel, das reicht doch.“

Rummel: Interessanterweise hören wir diesen Satz immer seltener. Die meisten Finanzverantwortlichen, die mit Excel arbeiten, wissen selbst, wie limitiert – und vor allem wie mühsam – das Tool beim Ausgabenmanagement ist. Allein der Aufwand, am Monatsende fehlenden Belegen hinterherzulaufen, kostet Zeit, Nerven und Produktivität.
 

Wenn dieses Argument dennoch fällt, liegt das meist weniger an einer echten Präferenz für Excel, sondern vielmehr an der Sorge vor Veränderung – etwa vor einem aufwendigen IT-Projekt oder der Befürchtung, bestehende Prozesse grundlegend umstellen zu müssen.
 

Genau hier setzt Moss an: Unsere Lösung lässt sich ohne großen Aufwand einführen und ist in wenigen Stunden einsatzbereit. Unternehmen profitieren sofort von automatisierten, transparenten und effizienten Abläufen – ohne übermäßig komplizierte Umstellung.

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Moss stellt sich vor.

Zusammenarbeit mit HelloBello

Eines der Unternehmen, mit denen Sie bereits arbeiten, ist HelloBello mit Headquarters in Wien – was hat Sie an diesem Unternehmen interessiert?

Rummel: Mit HelloBello arbeiten wir bereits seit 2023 zusammen. Das Unternehmen ist ein schnell wachsendes österreichisches Start-up, das frisch gekochtes Hundefutter anbietet – ein innovatives Konzept in einem stark wachsenden Markt.
 

Von Beginn an war spürbar, dass HelloBello sehr dynamisch arbeitet und großen Wert auf eine moderne, digitale Infrastruktur legt – mit einem klaren Fokus auf Automatisierung und Effizienz. 

Welche konkreten Herausforderungen hatte HelloBello, bevor es zur Zusammenarbeit kam?

Rummel: HelloBello vertreibt seine Produkte direkt an EndkundInnen – das sorgt für ein hohes Transaktionsvolumen und ein relativ komplexeres Tagesgeschäft mit zahlreichen Kreditorenrechnungen, wiederkehrenden Ausgaben und Zahlungsströmen.
 

Vor der Zusammenarbeit mit Moss arbeitete das Finanzteam mit einem einfachen Geschäftskonto und manuellen Prozessen – also klassisch mit Excel, E-Mail & Co.
Transparenz, Automatisierung und eine effiziente Kontrolle über laufende Ausgaben fehlten dabei weitgehend. Der Aufwand war hoch, die Prozesse fehleranfällig – und für ein wachsendes Unternehmen nicht skalierbar.
 

Die Folge: wertvolle Ressourcen wurden gebunden, etwa durch das manuelle Nachverfolgen von Belegen oder das fehleranfällige Abgleichen von Zahlungen. HelloBello brauchte ein skalierbares System, das mit dem Wachstum des Unternehmens Schritt hält – und genau hier kam Moss ins Spiel.
 

Was hat sich nach der Implementierung am stärksten verändert?

Rummel: Heute laufen alle zentralen Prozesse rund um Rechnungen, Freigaben, Zahlungen und Kreditkartenausgaben vollständig über Moss. Die nahtlose Integration mit DATEV sorgt zusätzlich dafür, dass sämtliche Transaktionen – von Kreditkartenausgaben bis hin zu Rechnungen – automatisch mit dem Buchhaltungssystem synchronisiert werden.
 

Mittlerweile automatisiert HelloBello über 99 % der Rechnungsbearbeitung und -freigabe und begleicht monatlich mehr als 350 Rechnungen direkt über Moss.


Das Finanzteam nutzt außerdem individuelle virtuelle Firmenkarten – sowohl für Mitarbeitende als auch für bestimmte Kreditoren und Entitäten. Das reduziert den operativen Aufwand erheblich: weniger manuelle Freigaben, keine Zettelwirtschaft, kein mühsames Nachverfolgen fehlender Belege. 


Ist das im Arbeitsalltag deutlich spürbar?


Rummel: Ja, es ist eine spürbare Zeitersparnis für das gesamte Team. Die MitarbeiterInnen bei HelloBello sind deshalb große Fans von Moss – oder wie Co-Gründer Stephan Freh es formuliert: „Wenn wir über Tools sprechen, die wir lieben, steht Moss ganz oben auf der Liste.“

© HelloBello

Prozessablauf im Detail

Wie läuft bei Ihnen der Prozess vom Onboarding bis zur ersten echten Nutzung ab?

Rummel: Schon im Verkaufsprozess legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit und darauf, die spezifischen Anforderungen jedes Unternehmens genau zu verstehen. Auf dieser Basis entwickeln wir eine maßgeschneiderte Lösung. Moss ist modular aufgebaut – Unternehmen können je nach Bedarf beispielsweise smarte Firmenkarten, digitales Rechnungsmanagement oder weitere Funktionen flexibel kombinieren. Ziel ist es, dass Moss vom ersten Tag an echten Mehrwert schafft und sich nahtlos in die bestehenden Prozesse integriert.
 

Nach Vertragsabschluss übernimmt unser Implementierungsteam die Einführung. Wir begleiten die ersten Test-Transaktionen und unterstützen bei der Anbindung relevanter Systeme – etwa der Buchhaltungssoftware (z. B. DATEV oder BMD) oder vorhandener HR-Systeme. Gemeinsam exportieren wir erste Buchungen und aktivieren weitere benötigte Funktionen.
 

Je nach Unternehmensgröße und Komplexität ist Moss so innerhalb weniger Stunden vollständig einsatzbereit – ohne langwierige IT-Projekte oder Unterbrechungen im Tagesgeschäft.

Angst vor neuen Tools

Viele KMU fürchten versteckte Komplexität bei neuen Tools…

Rummel: Genau diese Sorge begegnet uns häufig – und wir haben von Anfang an bewusst in Einfachheit investiert. Die Benutzeroberfläche von Moss ist intuitiv gestaltet und selbsterklärend – viele Nutzer:innen finden sich ohne Schulung direkt zurecht.
 

Für den Einstieg stellen wir jedem Kunden ein Implementierungsteam zur Seite, das gemeinsam mit dem Customer Success Manager durch eine klar strukturierte Schritt-für-Schritt-Checkliste führt. So wird die Einführung planbar, transparent und individuell auf das Unternehmen abgestimmt.


Auch nach dem Go-Live steht ein fester Ansprechpartner zur Verfügung, um Fragen schnell zu klären oder neue Anforderungen umzusetzen.

Wird sich der österreichische Markt Ihrer Einschätzung nach ähnlich dynamisch entwickeln wie der deutsche?

Rummel: Ja, absolut – es gibt eigentlich keinen Grund, warum sich der österreichische Markt nicht genauso dynamisch entwickeln sollte, wenn nicht sogar noch dynamischer. Die Struktur der KMU-Landschaft ist vergleichbar mit der in Deutschland: eine gesunde Mischung aus jungen und etablierten Unternehmen, verschiedenste Branchen, ähnliche Herausforderungen im Finanzbereich.
 

In vielen Gesprächen merken wir: Der Bedarf ist da – Unternehmen warten regelrecht auf Lösungen wie Moss, um ihre Finanzprozesse endlich effizient und digital aufzustellen. Daher sind wir überzeugt, dass Österreich großes Potenzial für dynamisches Wachstum bietet.

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Wo sehen Sie die größten Potenziale für KMU im Donauraum, wenn es um Digitalisierung von Finanzprozessen geht?

Rummel: Das größte Potenzial liegt darin, manuelle, zeitaufwendige Prozesse durch digitale Lösungen zu ersetzen – etwa bei der Rechnungsfreigabe, Ausgabenverwaltung oder Zahlungsabwicklung. Viele KMU im Donauraum arbeiten hier noch mit Excel, E-Mail und Papierbelegen – das kostet Zeit, bindet Ressourcen und führt oft zu Intransparenz.
 

Digitale Tools wie Moss ermöglichen es, diese Prozesse zu automatisieren, in Echtzeit zu steuern und zentral zu verwalten – ohne aufwändige IT-Projekte. So gewinnen Unternehmen nicht nur Überblick und Effizienz, sondern schaffen auch die Grundlage für skalierbares Wachstum. Besonders in Regionen mit begrenzten Personalressourcen ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.

Könnte HelloBello aus Ihrer Sicht ein Vorbild für andere Wiener Unternehmen sein? 

Rummel: Absolut. HelloBello zeigt eindrucksvoll, wie man schon früh auf digitale, skalierbare Prozesse setzt – nicht erst, wenn es „brennt“. Das Unternehmen denkt von Anfang an effizient, wachstumsorientiert und zukunftssicher.


Was wünschen Sie sich für Moss in Österreich bis Ende 2025?

Rummel: Unser Ziel ist es, bis Ende 2025 mehrere hundert österreichische Unternehmen als Kunden zu gewinnen.
 

Und wir möchten starke Partnerschaften im österreichischen Ökosystem aufbauen – mit Buchhaltungsunternehmen, innovativen Start-ups, relevanten Wirtschaftsverbänden, und idealerweise auch mit anderen Finanzakteuren – Interessierte können sich hierzu jederzeit gerne und unverbindlich bei mir melden. Denn wir glauben: Digitale Transformation gelingt am besten gemeinsam.

Hier geht es zu Moss. (Dieser Link dient der Information – es besteht keine Affiliation zu den WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN.)

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