Roots Energy : Neues Roots Haus Wien zeigt modulares Wärmesystem als Schlüssel zur Wärmewende

Gerald Stangl, Hueseyin Oezcelik und Florian Hackl-Kohlweiss im Roots Haus in Wien

Gerald Stangl, Hueseyin Oezcelik und Florian Hackl-Kohlweiss blicken aus ihrem neuen Roots Haus in Wien 14.

- © Nicky Webb

In Wien ist ein neues Kapitel für die Wärmewende Österreichs aufgeschlagen: Roots Energy, ein Wiener Technologieunternehmen im Bereich modularer Wärmesysteme, hat sein neues Hauptquartier im 14. Bezirk eröffnet – das Roots Haus Wien

Dieses Gebäude ist das erste Reallabor Europas, das zeigt, wie urbane Bestandsimmobilien schrittweise auf erneuerbare Energien für Heizen und Kühlen umgestellt werden können.

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Auf sechs Etagen mit insgesamt 900 m² Fläche dient das Roots Haus Wien als Entwicklungsstandort für das Roots System. Ziel ist es, die technische Umstellung bestehender Wohngebäude auf erneuerbare Energieträger einfacher, kostengünstiger und sozial verträglicher zu gestalten. 

Das neue Firmengebäude dient nun unter anderem als Hauptsitz und Entwicklungslabor. Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren und wurde ökologisch saniert, um das Roots System im Realbetrieb zu demonstrieren.

- © Nicky Webb

Modulares Wärmesystem für den urbanen Raum

Das Roots System adressiert ein zentrales Problem der Wärmewende in Österreich: die Umrüstung des bewohnten, mehrgeschoßigen Gebäudebestands. Technische Komplexität, hohe Investitionskosten und Hürden bei der Entscheidungsfindung in Eigentümergemeinschaften führten bislang häufig zum Scheitern entsprechender Vorhaben.

Roots Energy bietet hier eine modulare Lösung, bei der zentrale Heizkessel und dezentrale Gasthermen durch ein umweltbasiertes Wärmesystem ersetzt werden.

„Wir zeigen, dass die Heizungsumstellung im Bestand einfach umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Wir standardisieren, was bisher jedes Mal neu gedacht werden musste – damit Planer entlastet und Installationen einfacher und günstiger werden“, sagt Gerald Stangl, Co-Geschäftsführer von Roots Energy.

Die Soletherme ersetzt die Gastherme und bereitet Warmwasser und Heizwärme.

- © Nicky Webb

Standardisierte Technik für nachhaltiges Heizen und Kühlen

Viele Elemente des Systems – etwa Wärmepumpen, Soleleitungen oder Umweltwärmenutzung – sind technisch bereits bekannt. Roots Energy unterscheidet sich jedoch durch die konsequente Standardisierung und Modularisierung der einzelnen Komponenten. Hydraulik, Regelungstechnik und Leitungsführung werden in standardisierte Bausteine überführt und so vereinfacht installiert.

Wurde zuvor eine dezentrale Gastherme genutzt, kann künftig an deren Stelle eine kompakte Sole-Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher – die Soletherme – installiert werden. Die Bewohner:innen entscheiden individuell, wann sie auf die neue Lösung umsteigen. 

Diese schrittweise Umstellung ist bereits mit Mehrheitsbeschluss innerhalb der Eigentümergemeinschaft möglich – ein Vorteil gegenüber bisherigen Lösungen, die häufig an fehlender Einstimmigkeit scheiterten.

Roots Haus Wien als Innovationszentrum und Treffpunkt

Das neue Firmengebäude dient nun unter anderem als Hauptsitz und Entwicklungslabor. Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren und wurde ökologisch saniert, um das Roots System im Realbetrieb zu demonstrieren.

„Wir haben mit dem Roots Haus einen Ort geschaffen, an dem man die Wärmewende nicht nur verstehen, sondern auch erleben kann – mitten in einem typischen Wiener Bestandsgebäude", erklärt Co-Geschäftsführer Hüseyin Özcelik.

Das Roots Haus wird künftig auch als Schulungszentrum für Fachplaner:innen genutzt. Die Initiative wurde vom Klimafonds als Musterhaus gefördert.

Nächste Schritte: Skalierung in Österreich und darüber hinaus

Roots Energy setzt derzeit mehrere Pilotprojekte in Wien und Salzburg um, vor allem in mehrgeschoßigen Wohngebäuden. Die nächsten Schritte des Unternehmens zielen auf die österreichweite Skalierung des Roots Systems. Zielgruppen sind institutionelle Eigentümer, Bauträger und Fachplaner.

Auch eine Expansion nach Deutschland ist in Vorbereitung. 

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