Wirtschaftskammerwahl 2025 : Wirtschaftskammerwahl in Tirol 2025: Analyse der politischen Verschiebungen

Barbara Thaler, Präsidentin Wirtschaftskammer Tirol, sitzt bei einem Gespräch an einem Tisch.

Für Wirtschaftsbundchefin Thaler, zuvor für die ÖVP im Europaparlament tätig, war es das erste Antreten als schwarze Frontfrau.

- © Patrick Saringer

Im März 2025 haben Tirols Unternehmer ihre Vertreter für die kommenden fünf Jahre gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 37,4 % standen 52.867 Wahlberechtigte zur Verfügung. Die 65 Fachorganisationen verzeichneten 1.963 Kandidaten, die sich um 928 Mandate bewarben.

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Der ÖVP-Wirtschaftsbund, traditionell stärkste Kraft, musste einen erheblichen Stimmenverlust hinnehmen und erreichte nur noch 69,7 % der Stimmen (2020: 79,81 %). Die FPÖ konnte hingegen kräftig zulegen und verdoppelte ihre Mandate auf 130 (2020: 34). Ein klarer Erfolg für die Freiheitlichen, die Platz zwei belegten.

Das gesamte Wahlergebnis im Detail finden Sie am Ende des Artikels.

Grüne und NEOS mit leichten Zugewinnen

Die Grüne Wirtschaft verlor 1,05 % im Vergleich zur letzten Wahl, während der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Tirol und die NEOS jeweils zulegten. Die NEOS steigerten ihren Anteil auf 4,1 % und erhielten 21 Mandate.

Wahlbeteiligung und politische Reaktionen

Trotz der Verluste bei der ÖVP gab es Lob für die Präsidentin Barbara Thaler, die ein „bemerkenswertes Ergebnis“ erzielte. Für Wirtschaftsbundchefin Thaler, zuvor für die ÖVP im Europaparlament tätig, war es das erste Antreten als schwarze Frontfrau. Sie war Ende 2023 Christoph Walser an der Spitze der Kammer nachgefolgt, nachdem dieser im Zuge einer privaten Finanz-und Steueraffäre zurückgetreten war.

Das Minus von über zehn Prozentpunkten erklärte sich die Wirtschaftskammerpräsidentin damit, dass so viele Wählergruppen wie noch nie zuvor angetreten waren. Da sei es "logisch", dass sich die Stimmen mehr aufteilten. Auch die "Unsicherheit" durch die bundespolitische Entwicklung der vergangenen Woche habe eine Rolle gespielt, wenngleich keine entscheidende.

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Die FPÖ zeigte sich mit ihrem Erfolg äußerst zufrieden und kritisierte die ÖVP für ihre politische Ausrichtung. Auch NEOS und die Liste Fritz, die erstmals antraten, berichteten von positiven Ergebnissen.

Die Ergebnisse der Wahl spiegeln eine politische Neuordnung innerhalb der Tiroler Wirtschaft wider. Die Verschiebung zugunsten der FPÖ und anderer kleinerer Parteien könnte die zukünftige Ausrichtung der Tiroler Wirtschaftskammer prägen. (apa/red)

Das Wahlergebnis nach Stimmen und Mandaten

Wirtschaftsbund Tirol – Präsidentin Barbara Thaler

17.563 Stimmen oder 69.7 %; entspricht 699 Mandaten

SWV-Wirtschaftsverband Tirol, Team Michael Kirchmair

620 Stimmen oder 2.5 %; entspricht 10 Mandaten

FPÖ – Freiheitliche Wirtschaft Tirol

3.737 Stimmen oder 14.8 %; entspricht 130 Mandaten

Grüne Wirtschaft

1.609 Stimmen oder 6.4 %; entspricht 48 Mandaten

Fachliste der Tiroler Industrie

40 Mandate

Liste Tiroler Wirtschaft

11 Mandate

UNOS – Team Unternehmensfreude (NEOS)

1.028 Stimmen oder 4.1 %; entspricht 21 Mandaten

Sonstige Namens- und Fachlisten

642 Stimmen oder 2.5 %; entspricht 6 Mandaten

Wahlbeteiligung

37.4 % (-1.9 im Vergleich zu 2020)

25.969 abgegebene Stimmen (+ 1.437 im Vergleich zu 2020)

Quelle: WKO