Wirtschaft Steiermark : So geht es mit der steirischen Wirtschaft weiter

WKO Steiermark Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg halten Grafiken des WKO-Wirtschaftsbarometers in den Händen

WKO Steiermark Präsident Josef Herk (r.) und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg mahnen in Richtung Politik: „Das Wirtschaftsklima ist und bleibt frostig, wir befinden uns inmitten einer Rezession. Umso wichtiger ist es, dass die neuen Regierungen in Bund und Land der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts oberste Priorität einräumen.“

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Das Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer gibt einen regelmäßigen Einblick, in welcher Lage sich die steirischen Unternehmen befinden. Aktuell wurden dazu 720 Unternehmen befragt und die Ergebnisse wurden vom Präsidenten der Wirtschaftskammer Steiermark, Josef Herk, und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg präsentiert. 

Das Ergebnis passt so gar nicht in die besinnliche Zeit des Jahres, denn es ist das sechste negative Quartal in Folge. So sackt der Ist-Stand des Wirtschaftsklimas um insgesamt 73,6 Prozentpunkte ab, denn 77,8 Prozent der befragten Unternehmen melden eine Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftssituation zurück und nur 4,2 Prozent sehen eine Entspannung. 

Doch auch die Erwartungen für 2025 zeichnen mit einem Minus von 51,9 Punkte ein düsteres Bild. Lediglich 6,7 Prozent der Unternehmen blicken positiv ins neue Jahr, während die Mehrheit von 58,6 Prozent pessimistisch ist. Etwa 30 Prozent der Unternehmen gehen auch davon aus, im kommenden Jahr Arbeitsplätze abbauen zu müssen. „Ohne entsprechende politische Maßnahmen ist keine baldige Trendumkehr in Sicht“, warnt Präsident Herk.

 
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Das Wirtschaftsklima wird aktuell als fast so schlecht bewertet wie 2020.

Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr

Zurückzuführen ist das aus Sicht der Wirtschaftskammer auf die hohen Lohn- und Energiekosten in Österreich. Die Arbeitskosten sehen 76 Prozent der befragten Unternehmer laut Barometer als stärksten Wachstumshemmer, gefolgt von der allgemeinen Unsicherheit und der Bürokratie. 

Bei näherer Betrachtung sticht hervor, dass der Arbeits- und Fachkräftemangel noch vor Steuern und Abgaben und den Energiekosten auf dem fünften Platz ist. „Wir brauchen jetzt eine Entlastung des Faktors Arbeit und der Unternehmen generell“, mahnen Präsident Herk und Direktor Dernoscheg ein. 

Die Vertreter der Wirtschaft leiten daraus auch konkrete Forderungen an die Koalitionsverhandler in Land und Bund ab. Gefordert wird eine Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Steiermark bzw Österreich an erster Stelle zu platzieren. 

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Arbeitskosten und Bürokratie lähmen die Wirtschaft am meisten.

„Taten statt Worte“

Dies soll durch einen Steuerbonus auf Lohnerhöhungen und durch Senkung der Lohnnebenkosten erreicht werden. Ebenso werden wettbewerbsfähige Energiekosten durch eine Energiepreisbremse nach deutschem Vorbild gefordert. 

Auch ein Aussetzen der CO2-Besteuerung wird angeregt, da diese mit Jahreswechsel wieder steigt und Energie zusätzlich verteuert. Eingemahnt werden auch Konjunkturimpulse durch die Politik. So soll die Investitionsprämie wiedereingeführt werden, die es auch während der Pandemie gab, und das Baupaket soll rasch umgesetzt werden. 

Weiters setzt man sich für ein Entbürokratisierungspaket ein, dass auch eine Verfahrensbeschleunigung beinhalten soll. 
Zudem muss sich „Leistung wieder lohnen“. Der Wirtschaftskammer schwebt hier ein Steuerbonus für Vollzeitbeschäftigte wie auch eine Senkung der Grenzsteuersätze vor. So soll die Steuerkurve abgeflacht werden. Auch das Arbeiten im Alter soll steuerlich attraktiver werden. 

 

Die Investitionen sind stark rückläufig. Es braucht ein politisches Maßnahmenpaket.

Licht & Schatten

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