Kleinwasserkraft Österreich News : Kleinwasserkraft in Salzburg: Neuer Vorschlag soll Verfahren beschleunigen

Kleinwasserkraftwerke spielen eine wesentliche Rolle in der erneuerbaren Energieversorgung Österreichs.
- © Kleinwasserkraft ÖsterreichNachdem das Bundesland Salzburg weiterhin mit der Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED III) im Verzug ist, bringt Kleinwasserkraft Österreich nun einen eigenen Vorschlag für sogenannte Beschleunigungsgebiete ein.
Damit könnten laut Verband sowohl Genehmigungsverfahren vereinfacht als auch die Versorgungssicherheit mit erneuerbarem Strom verbessert werden.
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Die Initiative beruht auf dem Datensatz des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans und umfasst ausschließlich jene Abschnitte, in denen ohnehin Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Qualität erforderlich sind.
Durch die Errichtung von Kleinwasserkraftwerken könnten diese Maßnahmen direkt von Projektentwicklern finanziert werden. Das würde nicht nur die Gemeindebudgets entlasten, sondern könnte auch wirtschaftliche Impulse setzen, da die Wertschöpfung vollständig im Inland bleibt.
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Kritik an der Salzburger Landesregierung
Laut Sophie Uitz, Salzburger Landessprecherin von Kleinwasserkraft Österreich, gehe der aktuelle Entwurf der Landesregierung zur Umsetzung von RED III nicht weit genug: "Weder sind darin Beschleunigungsgebiete vorgesehen, noch wird das überragende öffentliche Interesse berücksichtigt. Wir zeigen, dass eine praktikable Lösung möglich wäre."
Paul Ablinger, Geschäftsführer des Verbandes, sieht ebenfalls ungenutztes Potenzial: "In vielen Bereichen ist man schnell dabei, EU-Vorgaben umzusetzen, teilweise strenger als erforderlich. Sobald es jedoch um Vereinfachungen und Beschleunigungen geht, gibt es Widerstand."
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Mögliche Auswirkungen auf die Stromproduktion
Laut Ablinger würde das Potenzial der vorgeschlagenen Beschleunigungsgebiete zwar nicht den gesamten Bedarf abdecken; dennoch sei es erheblich: "Alleine mit den von uns vorgeschlagenen Gebieten könnte zumindest die Leistung des Kraftwerks Stegenwald zusätzlich ins Netz eingespeist werden."
Er erwarte sich nun konkrete Schritte seitens der Politik und Verwaltung.
Hintergrund: Kleinwasserkraft in Österreich
Kleinwasserkraftwerke spielen eine wesentliche Rolle in der erneuerbaren Energieversorgung Österreichs. Der Verband Kleinwasserkraft Österreich vertritt rund 1.100 Mitglieder aus der Branche und setzt sich für die Nutzung dieser Technologie ein.
Aktuell speisen etwa 4.000 Anlagen rund 7 Terawattstunden CO2-freien Strom ins Netz ein, was mehr als 10 Prozent des österreichischen Strombedarfs entspricht. Unter günstigen Rahmenbedingungen könnte die Produktion bis 2030 um weitere 3 Terawattstunden steigen.
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