Drohnen Militär : Verteidigungsindustrie im Donauraum: Schiebel und Steyr Motors im Vergleich

Die Nachfrage nach unbemannten Lösungen wächst durch die weltweiten Etaterhöhungen noch stärker als zuvor, heißt es von Schiebel.
(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)
- © Adobe stock/sorinDie europäische Verteidigungsindustrie steht vor einer Phase des Umbruchs. Steigende Budgets, geopolitische Unsicherheiten und technologische Innovationen prägen das Geschäftsumfeld.
Zwei Unternehmen mit Sitz im Donauraum, Schiebel in Wien und Steyr Motors in Oberösterreich, spielen eine bedeutende Rolle in diesem Sektor. Während Schiebel auf unbemannte Luftfahrtsysteme spezialisiert ist, liefert Steyr Motors Hochleistungsmotoren für militärische und zivile Anwendungen.
Trotz ihrer unterschiedlichen Schwerpunkte teilen beide Unternehmen ähnliche Herausforderungen und Chancen.
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"International haben wir in den letzten Jahren bereits deutliche Etaterhöhungen im Verteidigungssektor gesehen, die nun auch in Europa diskutiert werden. Die Beschaffungsprozesse sind aber nach wie vor vergleichsweise langwierig, weshalb es kaum kurzfristige Effekte gibt.International haben wir in den letzten Jahren bereits deutliche Etaterhöhungen im Verteidigungssektor gesehen, die nun auch in Europa diskutiert werden. Die Beschaffungsprozesse sind aber nach wie vor vergleichsweise langwierig, weshalb es kaum kurzfristige Effekte gibt."
Hannes Hecher, Geschäftsführer bei Schiebel
Technologische Spezialisierung: Drohnen vs. Hochleistungsmotoren
Schiebel hat sich seit den 1990er Jahren auf unbemannte Helikopter spezialisiert. Der CAMCOPTER® S-100 gilt als führendes Produkt in seiner Klasse und wird weltweit von über 45 Kunden genutzt.
"Die Nachfrage an unbemannten Lösungen wächst durch die weltweiten Etaterhöhungen noch stärker als zuvor", erklärt Hannes Hecher, Geschäftsführer von Schiebel.
Steyr Motors hingegen konzentriert sich auf die Entwicklung kompakter Hochleistungsmotoren, die vor allem in Militärfahrzeugen, Booten und Panzern zum Einsatz kommen.
"Unsere Bootsmotoren ermöglichen dank geringer Baumaße den Transport von mehr Personen als üblich", sagt CEO Julian Cassutti.
Die verstärkten Rüstungsausgaben in Europa beeinflussen beide Unternehmen auf unterschiedliche Weise. Schiebel sieht Potenzial für die österreichische Wertschöpfung, betont aber die langwierigen Beschaffungsprozesse: "Es gibt kaum kurzfristige Effekte."
Steyr Motors betrachtet die Entwicklung als Teil eines langfristigen "Superzyklus", der über zehn Jahre andauern könnte. "Wir sehen nicht nur eine hohe Nachfrage durch Neuanschaffungen, sondern auch eine insgesamt höhere Grundnachfrage", so Cassutti.
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"Wir sind kein Rüstungsunternehmen, sondern wir beliefern weltweite Kunden mit unseren Motorlösungen, darunter sind unter anderem Kunden aus der Verteidigungsindustrie."
Julian Cassutti, CEO von Steyr Motors
Lieferketten und Fachkräfte: Ein gemeinsames Thema
Beide Unternehmen legen großen Wert auf ihre Lieferketten und den Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften.
Schiebel profitiert von einer starken lokalen Lieferkette in Österreich, die sich auch in Krisenzeiten bewährt hat. "Dank unserer starken lokalen Lieferkette sind wir weitgehend unabhängig von internationalen Zulieferern", erklärt Hecher.
Steyr Motors verfolgt hingegen eine global ausgerichtete Sourcing-Strategie. "Wir sourcen weltweit und erwarten keine Schwierigkeiten, solange keine außergewöhnlichen Ereignisse wie eine Pandemie oder Seefrachtstörungen eintreten", erläutert Cassutti.
Zukunftsperspektiven: Flexibilität und Expansion
Beide Unternehmen sind auf eine flexible Produktion angewiesen. Schiebel passt seine Kapazitäten dynamisch an die Auftragslage an, während Steyr Motors seine Produktionsmöglichkeiten ohne große Investitionen ausweiten kann.
"Wir produzieren derzeit im Einschichtbetrieb und könnten die Produktion theoretisch mehr als verdoppeln", so Cassutti.
Auch in der internationalen Vernetzung gibt es Parallelen. Schiebel kooperiert mit internationalen Partnern wie Thales für den britischen Markt, während Steyr Motors seine Vertriebsoffensive auf Asien, Nord- und Südamerika sowie die MENA-Region ausgeweitet hat.
Fazit: Zwei Strategien, ein Ziel
Schiebel und Steyr Motors zeigen exemplarisch, wie sich Unternehmen im Donauraum an die veränderten Rahmenbedingungen in der Verteidigungsindustrie anpassen.
Während Schiebel auf Drohnentechnologie und enge regionale Lieferketten setzt, punktet Steyr Motors mit globaler Expansion und flexiblen Produktionskapazitäten.
Beide Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen, verfolgen jedoch unterschiedliche strategische Ansätze, um ihre Position im wachsenden Markt zu behaupten.
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