Trinkgeldregelung Österreich : Trinkgeldregelung Österreich: „Tourismus als Vorbild für andere Branchen“

kellnerin, waitress, geld, münzen, wechslen, kleingeld, euro, trinkgeld, frau, mann, schwarz, uhr, hand, arm, schürze, rot, tisch, stuhl, gesicht, kariert, over shoulder, close up, restaurant, gastronomie, lohn, arbeit, arbeitnehmer, arbeitgeber, fair, bezahlung, arbeitszeit, schicht, stress, auszahlung

Überhöhte Nachforderungen der ÖGK auf Trinkgelder empört die Gastronomie.

- © Medienzunft Berlin - stock.adobe.com

Die neue Trinkgeldregelung für den Tourismus ist in der Zielgeraden, kommende Woche wird sie im Nationalrat beschlossen. Wirtesprecher Stefan Sternad: „Das Ringen nach einer Lösung war zäh und nicht immer einfach. Nun haben wir die Steuerfreiheit auf Trinkgelder und österreichweit einheitliche, vertretbare Pauschalsätze für die Sozialversicherung.“ 

Damit sei der Tourismus eine Vorreiter-Branche, in anderen Sparten gebe es nach wie vor einen Fleckerlteppich, weit entfernt von einer transparenten bundesweiten Lösung.

Nie mehr die wichtigsten lokalen Nachrichten aus dem Westen Österreichs aus Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!

Start für die Neuregelung wird der 1.1.2026 sein. Neben den vertretbaren Pauschalsätzen kehrt Sternad die Rechtssicherheit für Betriebe und Mitarbeitende hervor. Auch sei es gelungen, praktikable Lösungen für Mitarbeitende ohne Inkasso, für Teilzeitbeschäftigte und für das mitarbeiterinterne Aufteilen von Trinkgeldern zu finden.

WKK/Helge Bauer
Stefan Sternad, Fachgruppenobmann der Kärntner Gastronomie in der WK Kärnten. - © WKK/Helge Bauer

Krankenstände als nächster Punkt

Krankenstände sind laut Wirtschaftskammer in vielen Kärntner Betrieben ein massives Problem. Vor allem die Gastronomie leide unter der Zunahme von Krankenstandstagen und Kurzkrankenständen. 

„Mitunter kommt es auch zu Krankenstandsmissbrauch, oft zu Wochenbeginn, an Fenstertagen oder in der Kündigungsfrist. Hier ist die ÖGK gefragt nun endlich durchzugreifen und Maßnahmen zu liefern, die Missbrauch verhindern“, sagt der Fachgruppenobmann der Gastronomie. 

Es gehe nicht darum, berechtigte Krankenstände in Frage zu stellen, sondern um Gerechtigkeit für Unternehmen und Mitarbeiter.

Trinkgeldregelung als Vorbild

Die derzeitige gesetzliche Lage bürde den Betrieben immense Kosten auf. „Kaum jemand weiß, dass es die Betriebe sind, die die ersten sechs Wochen Krankenstand komplett bezahlen – ein Umstand, der für viele unserer Kolleginnen und Kollegen zur Existenzfrage wird.“ 

Sternad spricht sich daher bei Krankenständen ab dem vierten Tag für eine Kostenübernahme durch die ÖGK oder einen noch zu gründenden Fonds aus. 

„Die Lösung beim Trinkgeld macht Mut. Warum soll gemeinsam sozialpartnerschaftlich nicht auch bei den Krankenständen der große Wurf gelingen?“, schließt Sternad.

🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke?

Folgen Sie uns auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Themen, spannende Interviews und Trends aus der Wirtschaft immer auf dem Laufenden! 🚀💼