Baukrise Österreich : Österreichs Dämmstoffmarkt in der Krise: Was Bauwirtschaft braucht

Die Krise trifft alle Dämmstoffsegmente, doch besonders alternative Dämmstoffe und Schaumstoff.
(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)
- © Stock Adobe/El gringoDer Dämmstoffmarkt ist in der Krise: Der Absatzeinbruch erreicht ein neues Rekordtief.
Die Bauwirtschaft in Österreich steckt weiterhin in einer schwierigen Lage. In den vergangenen drei Jahren hat die Branche aufgrund eines sinkenden Bauvolumens rund 1,9 Millionen Kubikmeter weniger an Dämmstoffen verkauft und verbaut.
Roland Hebbel, Vorstand der GDI 2050, betont die Dringlichkeit eines wirtschaftlichen Aufschwungs: „Ein Anspringen der Bauwirtschaft wird immer dringlicher.“
Trotz der herausfordernden Marktsituation sieht Hebbel im Regierungsprogramm Potenzial für Verbesserungen: „Im über 200 Seiten starken Regierungsprogramm finden sich einige Seiten, die uns dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken lassen. In der Umsetzung –Stichwort Entbürokratisierung – braucht es jetzt den sprichwörtlichen 'Umkehrschub' für die Bauwirtschaft.“
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Hoffnung durch Kreditlockerungen und Förderungen
Ein Hoffnungsschimmer für die Branche könnte die Lockerung der Kreditvergaberichtlinien (KIM-Verordnung) sowie die Vielzahl an eingereichten Förderanträgen unter dem Titel "Sanierungsbonus" sein. Noch sind Mittel dafür reserviert.
Zusätzlich könnten die 2024 vorgesehenen Fördergelder in der "Wohnbaumilliarde" einen positiven Effekt auf den gemeinnützigen Wohnbau haben und die Baukonjunktur stärken.
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„Ein Anspringen der Bauwirtschaft wird immer dringlicher.“
Roland Hebbel, Vorstand der GDI 2050
Dämmstoffmarkt 2024 auf 4,4 Millionen m3 geschrumpft
Nach einem Absatzhoch im Jahr 2021 mit 6,3 Millionen Kubikmetern ging der Verkauf von Dämmstoffen in den darauffolgenden Jahren zurück. 2022 verzeichnete die Branche ein Minus von 6 Prozent, 2023 verdoppelte sich der Rückgang auf 13,6 Prozent. 2024 erreichte der Negativtrend mit einem weiteren Minus von 14,5 Prozent einen neuen Tiefpunkt: Der Gesamtabsatz sank auf 4,4 Millionen Kubikmeter.
Die Krise trifft alle Dämmstoffsegmente, doch besonders alternative Dämmstoffe wie Zellulose, Schafwolle und Hanf mussten 2024 massive Einbrüche hinnehmen (-20,8 %). Auch Schaumstoffe verzeichneten mit -17,1 % einen starken Rückgang. Mineralwolle konnte sich vergleichsweise besser halten, verzeichnete aber dennoch ein zweistelliges Minus von 10,2 %.
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