Grüner Wasserstoff : Energie Steiermark baut größte grüne Wasserstoffanlage
v.l.n.r.: Martin Graf (Vorstand Energie Steiermark), Wolfgang Hattmannsdorfer (Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Werner Ressi (Vorstand Energie Steiermark), David Goulbourne (Vorstandsvorsitzender Wolfram), Manuela Khom (Landeshauptmann-Stellvertreterin), Andreas Raffelsberger (Vorstand Wolfram)
- © Energie Steiermark/ SymbolDie Entscheidung ist gefallen: In der Weststeiermark entsteht die größte industrielle Produktionsanlage für grünen Wasserstoff des Bundeslandes. Die Energie Steiermark errichtet ab Herbst 2026 im weststeirischen Bergla einen Wasserstoff-Hub, der ab 2027 jährlich bis zu 750 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen soll. Das Investitionsvolumen beträgt rund 25 Millionen Euro.
Das Projekt ist das Ergebnis einer strategischen Partnerschaft zwischen der Energie Steiermark und der Wolfram Bergbau und Hütten AG in St. Martin im Sulmtal, einem weltweit führenden Anbieter hochwertiger Wolframpulver und Teil der internationalen Sandvik-Gruppe. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am Donnerstag in Graz gemeinsam mit Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Vorzeigeprojekt mit Signalwirkung
Mit einer Elektrolyseleistung von fünf Megawatt zählt die Anlage zu den bedeutendsten Wasserstoffprojekten Österreichs. Die Produktion von bis zu 750 Tonnen grünem Wasserstoff jährlich soll eine Einsparung von rund 8.500 Tonnen CO₂ ermöglichen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus unterstützt das Vorhaben über einen Zeitraum von zehn Jahren mit bis zu 28,5 Millionen Euro. Für die Energie Steiermark ist der H2 Hub Bergla zugleich ein Pilotprojekt mit Perspektive: Wolfram fungiert als erster industrieller Abnehmer, eine spätere Erweiterung der Anlage ist bereits angedacht.
Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer spricht von einem wegweisenden Projekt: „Mit der Förderung des H2 Hub Bergla setzen wir ein klares industrie- und klimapolitisches Signal: Österreich soll ein führender Standort für die Produktion und Anwendung von grünem Wasserstoff werden. Wer heute in diese Schlüsseltechnologie investiert, sichert morgen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit.“
Grüner Strom aus regionaler Windkraft
Der für die Wasserstoffproduktion benötigte Strom stammt überwiegend aus den neu errichteten Windparks der Energie Steiermark im Bezirk Deutschlandsberg. Eine rund einen Kilometer lange Leitung wird den Produktionsstandort in Bergla direkt mit dem Industriegebiet rund um St. Martin verbinden.
Darüber hinaus wird die Anlage so konzipiert, dass eine spätere Anbindung an die europäischen Wasserstoff-Pipelines möglich ist. Damit könnte der Standort langfristig Teil eines überregionalen Wasserstoff-Netzes werden.
Für die Wolfram Bergbau und Hütten AG ist die Versorgung mit grünem Wasserstoff ein wesentlicher Baustein ihrer Dekarbonisierungsstrategie. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
„Die Sicherstellung von grünem Wasserstoff für unser Werk in St. Martin ist ein Meilenstein für WOLFRAM“, betonen Vorstandsvorsitzender David Goulbourne und Vorstand Andreas Raffelsberger. „Diese Partnerschaft unterstützt unsere Netto-Null-Ambition, stärkt unsere langfristige Versorgungssicherheit und verankert nachhaltige Produktion direkt in unseren Kernprozessen.“
Auch für die Politik besitzt das Projekt hohe strategische Bedeutung. Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom sieht darin ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden werden können: „Grüner Wasserstoff eröffnet unserer Industrie neue Chancen, stärkt die regionale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze am Wirtschaftsstandort Steiermark.“
25 Millionen-Euro Projekt: Energie Steiermark produziert ab 2027 grünen Wasserstoff für Wolfram AG
Nächster Schritt der Wasserstoff-Strategie
Für die Energie Steiermark markiert der H2 Hub Bergla die nächste Ausbaustufe ihrer Wasserstoff-Aktivitäten. Nach der Pilotanlage in Gabersdorf und der Gründung einer eigenen Wasserstoff-Gesellschaft im vergangenen Jahr folgt nun der Schritt in die industrielle Anwendung.
„Mit dem H2 Hub setzen wir ein konkretes Kooperationsprojekt mit einem wichtigen Industrieunternehmen um und wollen die Erfahrungen als Basis für weitere Partnerschaften in Sachen Wasserstoff nützen“, erklären die Vorstände Martin Graf und Werner Ressi.
Mit dem Projekt in Bergla entsteht damit nicht nur die größte Wasserstoff-Anlage der Steiermark, sondern auch ein Modell mit internationaler Strahlkraft: ein Zusammenspiel aus erneuerbarer Energie, industrieller Transformation und staatlicher Förderung, das zeigen soll, wie die klimaneutrale Industrie der Zukunft aussehen kann.