WIFO-Konjunkturtest : Niederösterreichs Industrie ringt um Erholung: leichte Verbesserung trotz Rezessionssorgen in Österreich

In den letzten drei Monaten meldeten 17 Prozent der Industrieunternehmen in Niederösterreich einen Produktionsanstieg – der höchste Wert seit April 2023.
- © Spitzi-Foto - stock.adobe.comDie niederösterreichische Industrie erlebt Anfang 2025 eine leichte Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage. Laut dem aktuellen Konjunkturtest des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) entspannen sich sowohl die Auftragslage als auch die Produktionsdaten leicht. Dennoch bleibt die Gesamtsituation angespannt.
"Das ist ein ganz kleiner Silberstreif am Horizont – aber leider noch keine Erholung", kommentiert Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).
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Auftragslage verbessert sich leicht – Produktion mit verhaltenem Plus
In den letzten drei Monaten meldeten 17 Prozent der Industrieunternehmen in Niederösterreich einen Produktionsanstieg – der höchste Wert seit April 2023. Demgegenüber stehen 26 Prozent, die von einem Rückgang bei der Nachfrage berichten.
Rund 50 Prozent der Betriebe zeigen sich mit ihren Auftragsbeständen zufrieden, was einem Anstieg von knapp zwei Prozentpunkten gegenüber Oktober entspricht. Trotz dieser leichten Entspannung bleibt der Saldo negativ.
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Wettbewerbsfähigkeit gefährdet: Forderung nach Entlastungsmaßnahmen
Schwarzl warnt: "Unsere Industrie steht weiterhin massiv unter Druck."
Die Forderungen der WKNÖ sind klar: Steuern und Abgaben senken, Bürokratie abbauen und leistbare Energiepreise schaffen. Es gehe vor allem um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.
Gesamtwirtschaftliche Perspektive bleibt trüb
Parallel zur regionalen Betrachtung zeichnet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ein düsteres Bild für die Gesamtwirtschaft: Nach zwei Rezessionsjahren sind die Aussichten für 2025 verhalten. OeNB-Gouverneur Robert Holzmann sieht "nur wenige Anzeichen für eine Verbesserung" und betont, dass die Wahrscheinlichkeit für ein drittes Rezessionsjahr "nicht bei Null" liege.
Obwohl die Inflation durch die Europäische Zentralbank (EZB) eingedämmt wurde, belasten die hohen Dienstleistungskosten und die Kerninflation die Wirtschaft. Holzmann unterstreicht: "Es bedarf eines wirklichen Reformprogramms."
Allein durch mehr Staatsverschuldung lasse sich die Krise nicht lösen. Nötig seien gezielte Maßnahmen wie Bürokratieabbau, Reformen im Pensionssystem und eine effizientere Nutzung von künstlicher Intelligenz.
Internationale Unsicherheiten belasten die Lage zusätzlich
Neben den internen Herausforderungen beeinflussen auch globale Unsicherheiten die niederösterreichische und österreichische Wirtschaft. Die wirtschaftliche Stärke Chinas und der USA kontrastiert mit der schwachen Entwicklung in Europa.
Zusätzliche Belastung bringen politische Unsicherheiten, insbesondere die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. (apa/red)
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